Konjunkturabkühlung
Henkel-Gewinne durch Klebstoffe geschrumpft

Die Gewinne des Waschmittelherstellers Henkel aus seinen laufenden Geschäften sind 2001 eingebrochen. Das bereinigte Betriebsergebnis lag bei 885 Millionen Euro, teilte die Henkel KGaA am Dienstag mit.

dpa/rtr/vwd DÜSSELDORF. Der Gewinn brach im Vergleich zum Vorjahr um 6,8 % ein.

Branchenkenner hatten durchschnittlich 898 Mill. ? erwartet. Der um Sondereinflüsse bereinigte Überschuss fiel den Angaben zufolge um 5,7 Prozent auf 476 Mill. ? und lag ebenfalls unter den Erwartungen von durchschnittlich 501 Mill. ?. Nach Henkel-Angaben wurde 2001 ein Umsatz von 13,1 Mrd. ? erzielt. Branchenkenner hatten 13,189 Mrd. ? erwartet.

Im vierten Quartal 2001 hat Henkel bei Umsatz und Ergebnis auf Basis des fortzuführenden Geschäfts "ungefähr auf dem Niveau des Vorjahreszeitraums" gelegen. Dabei hätten die Bereiche Waschmittel und Kosmetik zweistellig im Plus gelegen, während Klebstoffe und Technologieprodukte einen klaren Rückgang verbucht hätten, sagte die Leiterin Investor Relations, Magdalena Moll, am Dienstag am Rande der Bilanz-Pressekonferenz.

In diesem Vergleich sei die im November veräußerte Chemiesparte Cognis und das Joint Venture Henkel-Ecolab nicht enthalten. Genaue Quartalszahlen legte Henkel diesmal auf Grund der komplexen Bilanzstruktur nicht vor.

Bei den Waschmitteln - dem größten Unternehmensbereich - kletterte der Umsatz um 8,7 Prozent auf 3,1 Mrd. ? und das Betriebsergebnis sogar um 12,9 Prozent auf 243 Mill. ?.Entscheidend für die gute Entwicklung seien unter anderem Marktanteilsgewinne in Kontinentaleuropa gewesen, heißt es im Geschäftsbericht. Hier habe Henkel mit 22 % die Marktführerschaft übernommen und Procter & Gamble auf den zweiten Platz verwiesen. Die Entwicklung sei vor allem deshalb erfolgreich, weil die Währungskrise in der Türkei, höhere Rohstoffkosten sowie höhere Investitionen in Mexiko, Algerien und Indien das Ergebnis belastet hätten.

Probleme hatte der Konzern durch die Konjunkturabkühlung bei den Klebstoffen. Das Betriebsergebnis der Konsumentenklebstoffe brach um 30,6 % auf 110 Mill. Euro ein. Bei Industrieklebstoffen ging das Ergebnis um 28,5 % auf 138 Mill. ? zurück.

Im Kosmetik-Geschäft verbuchte Henkel bei einem Umsatzplus von 2,8 % eine Ebit-Steigerung von zwölf Prozent auf 166 Mill. ?. Wachstumsträger seien vor allem die Färbemittel gewesen. Auch das Friseurgeschäft habe sich weiter positiv entwickelt, hieß es. Das höhere Ergebnis sei im Wesentlichen auf die gute Umsatzentwicklung in Mittel- und Osteuropa einschließlich Russland sowie im internationalen Friseurgeschäft zurückzuführen. Im neuen Unternehmensbereich Klebstoffe stagnierte der Umsatz dagegen mit 1,3 Mrd. ? auf Vorjahresniveau. Die anhaltend schwache Baukonjunktur in Europa und der rückläufige Markt für Tapetenleim und Haushaltsklebstoffe hätten insbesondere in Deutschland das Geschäft negativ beeinflusst.

Das Betriebsergebnis brach in dem Segment um 30,6 Prozent auf 110 Mill. ? ein. Einen ähnlichen Ebit-Rückgang (28,5 %) ergab sich im ebenfalls neu gestalteten Bereich Henkel Technologies. Zwar stieg der Umsatz um 5,6 % auf 2,8 Mrd. ?, der Anstieg war den Angaben zufolge aber ausschließlich auf die Akquisitionen von Dexter sowie des Oberflächengeschäfts von Atofina zurückzuführen.

Das Betriebsergebnis war dagegen vom Einbruch im weltweiten Elektronikgeschäft und dem Rückgang der nordamerikanischen Automobilproduktion belastet. Während sich die europäischen Aktivitäten zunächst noch positiv entwickelt hätten, seien auch diese im Jahresverlauf von der Rezession in den USA eingeholt worden, heißt es im Geschäftsbericht.

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