Konjunkturausblick
Verhaltene Konjunkturentwicklung in Europa erwartet

vwd FRANKFURT. Die in der kommenden Woche anstehenden Konjunkturdaten werden nach Ansicht von Ökonomen für die Eurozone eine weiter verhalten verlaufende Konjunkturentwicklung belegen. Auch bei dem mit Spannung erwarteten US-Einkaufsmanagerindex (NAPM) wird sich Ökonomen zufolge eine Seitwärtsbewegung zeigen, was Befürchtungen einer scharfen Rezession in den USA weiter zerstreuen dürfte. Uneinigkeit herrscht indes darüber, ob damit ein echter Stimmungsumschwung erreicht sei.

Nach Ansicht von Michael Holstein (DG Bank) dürfte das am Donnerstag anstehende Bruttoinlandsprodukt (BIP) für das vierte Quartal in Deutschland eine weitere Wachstumsabschwächung zeigen. Im Vergleich zum Vorquartal soll sich das Wachstum auf 0,3 % von zuvor 0,6 % verlangsamen. Für die Jahresrate rechnet der Volkswirt mit einer Abschwächung auf 2,9 (3,4) Prozent. Damit werde Deutschland voraussichtlich Schlusslicht in der EWU sein, betont er. Bedingt sei die Abschwächung seines Erachtens durch den schwachen privaten Konsum in Deutschland.

Dennoch zeigt sich Holstein generell optimistisch für das Gesamtjahr 2001. Ab dem zweiten Quartal werde es zu einer deutlichen Aufwärtsbewegung kommen, erläutert er. Für die Eurozone werde das E-12-Verbrauchervertrauen wohl belegen, dass sich die Konjukturängste etwas verzogen hätten, so Heise. Ein Zinsschritt der EZB nach der Ratssitzung am Donnerstag sei daher "auf keinen Fall" zu erwarten.

Keine Konjunkturaufhellung

Invesco-Chefvolkswirt Jörg Krämer sieht die Konjunkturentwicklung in Deutschland und der Eurozone weniger optimistisch. Zwar zeigt er sich mit Holstein über den BIP-Wert für das vierte Quartal 2000 von 0,3 % Wachstum zum Vormonat einig. Nach seiner Auffassung belegen diese Daten jedoch "ganz klar, dass das Wachstum in Deutschland nachgelassen hat". Im Gegensatz zu Holstein sieht Krämer auch keine Konjunkturaufhellung im Jahresverlauf, weder in Deutschland, noch in der Eurozone. Für 2001 und 2002 geht er von einem Wirtschaftswachstum von 2,3 % aus, was genau dem Potenzialwachstum entspreche.

Krämer rechnet für die USA beim anstehenden Einkaufsmangerindex PMI Chicago im Februar mit einer Verschlechterung auf einen Stand von 40,5 (41,2). Die Abwärtsdynamik sei weiterhin ungebrochen, sagte Krämer auch mit Blick auf das zurückgegangene Verbrauchervertrauen in den USA. Einen Stimmungsumschwung sieht er daher auch erst zur Jahresmitte. Dagegen ist nach Ansicht von Holstein in den USA der Boden gefunden worden. "Der Stimmungsabschwung kommt zum Stillstand", betonte er. Dennoch erwarte sein Haus weitere Zinnsekungen der US-Notenbank.

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