Konjunkturaussichten erneut verschlechtert – ZEW-Finanzmarkttest stabilisiert sich
Ifo-Klima weiter auf Abwärtskurs

Die Wachtumsaussichten für Deutschland verschlechtern sich weiter. Die Verschlechterung des Ifo-Geschäftsklimas der gewerblichen Wirtschaft im April zeigt nach Ansicht des Münchener Ifo-Instituts, dass die Konjunkturabkühlung ihren Tiefpunkt noch nicht erreicht hat.

ari DÜSSELDORF. Das Ifo-Geschäftsklima für Westdeutschland sank saisonbereinigt von-7,3 auf-10,1 Prozentpunkte. In diesem Saldo der positiven und negativen Stimmenanteile aus Industrie, Bau, Groß- und Einzelhandel gewinnt der Pessimismus damit immer mehr die Oberhand. In Ostdeutschland ging der Klimasaldo von-13,4 auf-16,5 Prozentpunkte zurück. Dies sind die schlechtesten Stimmungswerte seit Mai 1999 im Westen und sogar seit Juni 1996 im Osten. Abgesehen von Januar dieses Jahres hat sich das Klima in den alten Ländern damit seit Juni vergangenen Jahres ständig verschlechtert. Es liegt nun um 19,2 Prozentpunkte unter seinem bisher letzten Höchststand von Mai 2000.

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Besonders enttäuscht waren die westdeutschen Unternehmen von ihrer aktuellen Geschäftslage im April. Der Teilsaldo sackte von-3,8 auf-8,5 Prozentpunkte ab. Aber auch die Erwartungen an die Entwicklung in den nächsten sechs Monaten wurde nochmals zurückgeschraubt; der Rückgang war aber von-10,8 auf-11,7 Prozentpunkte weniger stark als in den vergangenen Monaten.

Der Leiter des Ifo-Bereichs Konjunktur und Finanzmärkte, Willi Leibfritz, sagte dem Handelsblatt, dies könnte ein erstes Anzeichen dafür sein, dass sich die Erwartungen der Wirtschaft in den nächsten Monaten stabilisierten. Um dies genau zu sagen, müsse man aber noch zwei bis drei Monate abwarten. Der Ifo-Klimaindikator hat nach Einschätzung von Leibfritz seinen Tiefpunkt noch nicht erreicht. Dies würde bedeuten, dass die Konjunkturabkühlung noch einige Zeit anhält.

Etwas anders sehen dies die vom Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW), Mannheim, für den ZEW-Finanzmarkttest befragten 320 Analysten und institutionellen Anleger. Der Saldo ihrer Konjunkturerwartungen habe sich im Gegensatz zu den Ifo-Erwartungen "zumindest temporär stabilisiert", schreibt das Institut. Der Saldo stieg leicht um 0,2 auf-4,3 Prozentpunkte. Im Monat davor war er erstmals seit 15 Monaten von-10,4 auf-4,5 Punkte gestiegen. Der Tiefpunkt scheine damit überwunden, meint das ZEW, das von der Zinssenkung durch die Europäische Zentralbank am 10. Mai einen negativen Einfluss feststellte. In den Antworten nach diesem Datum fielen die Konjunkturerwartungen schlechter aus als davor.

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