Konjunkturaussichten
EU rechnet für 2003 mit starkem Aufschwung

Währungskommissar Solbes ist optimistisch für die europäische Konjunktur. Für Deutschland sehen die Aussichten hingegen weniger rosig aus.

bac/HB WASHINGTON. Im Windschatten einer anziehenden Weltkonjunktur hellen sich auch die Aussichten für Europa zunehmend auf - für Deutschland rechnen die sechs führenden deutschen Wirtschaftsforschungsinstitute dagegen nur mit einem schwachen Wachstum. Wenige Tage vor der Veröffentlichung der Frühjahrs-Konjunkturprognose der Brüsseler Kommission bezifferte Währungskommissar Pedro Solbes das EU-Wachstum für 2002 auf "ungefähr 1,5 %". 2003 sei mit einem Wert "nahe 3,0 %" zu rechnen, sagte Solbes dem Handelsblatt in Washington am Rande der Frühjahrstagung von Internationalem Währungsfonds (IWF), Weltbank und G7-Staaten.

Die EU-Kommission gehe davon aus, dass die Inflationsrate der Euro-Zone im ersten Quartal 2002 auf 2,5 % klettere. Im zweiten Quartal dürfte sie auf ein Niveau "nahe 2,0 %" sinken und bis Jahresende auf diesem Stand bleiben, erklärte Solbes. Nach Angaben des Präsidenten der Europäischen Zentralbank (EZB), Wim Duisenberg, wird die Inflationsrate noch im ersten Halbjahr 2002 auf unter 2 % zurückgehen und 2003 auf diesem Sockel bleiben. Das aktuelle Leitzins-Niveau in der Euro-Zone bezeichnete Duisenberg als "angemessen für die absehbare Zeit".

Finanzminister Hans Eichel vertrat in Washington die Meinung, dass Deutschland durch die jüngste Konjunkturflaute besser hindurchgekommen sei als viele andere Länder. Dies treffe auf die unverändert positive deutsche Export-Entwicklung ebenso zu wie auf den Arbeitsmarkt. Für dieses Jahr bleibe die Bundesregierung bei ihrer Wachstumsprognose von 0,75 %. Im kommenden Jahr erwarte man einen Anstieg auf 2,5 %.

Skeptisch werden sich voraussichtlich die deutschen Forschungsinstitute in ihrem Frühjahrsgutachten äußern. Das geht aus Vorabberichten in den Medien hervor. Die Prognose liege bei knapp 1 % Wachstum für 2002. Das Gutachten wird offiziell erst am Dienstag in Berlin veröffentlicht.

Die G7-Minister und-Notenbankpräsidenten beschlossen in Washington einen Aktionsplan zur Vorbeugung und Bewältigung von Finanzkrisen. Damit sollen Unsicherheiten über die Vorgehensweise der internationalen Finanzorganisationen im Falle einer staatlichen Zahlungsunfähigkeit beseitigt werden. Gleichzeitig erteilte der IWF den Hoffnungen Argentiniens auf einen neuen Kredit eine Absage.

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