Konjunkturbarometer
Krise und Krieg drücken Zulauf für Hannover Messe

Der Irak-Krieg und die weltweite Konjunkturschwäche sorgen bei der diesjährigen Hannover Messe für eine deutlich geringere Ausstellerzahl als 2002. Besonders zahlreiche deutsche Firmen aus dem Maschinen- und Anlagenbau verzichten auf einen Messeauftritt.

Reuters HANNOVER. Die Deutsche Messe AG als Veranstalter erwartet nach eigenen Angaben vom Donnerstag dennoch bei der nach wie vor weltweit größten Ausstellung klassischer Industriebranchen vom 7. bis 12. April in Hannover wichtige Impulse für die Konjunktur. Nach ihren Angaben haben sich bisher 6 200 Aussteller aus 62 Ländern angemeldet, rund zehn Prozent weniger als im vorigen Jahr mit knapp 7 000. Angesichts der weltweiten wirtschaftlichen Unsicherheiten und des Irak-Kriegs verzichtete die Messe AG auf eine Besucherprognose. Im vorigen Jahr wurden 250 000 Besucher gezählt.

Unter dem Dach der Hannover Messe vereinigen sich acht Fachmessen verschiedener Branchen, darunter der Maschinenbau mit Automationstechnik und Robotik, die Mikrotechnologie, die Prozesstechnik, die Zulieferindustrie sowie die Energiewirtschaft mit einem eigenen Forum. Das Angebot der Hannover Messe sei trotz des Ausstellerrückganges hochgradig innovativ und lösungsorientiert, sagte Messe-Chef Klaus E. Goehrmann. Man habe angesichts der schwierigen Lage vieler Unternehmen mit noch weniger Ausstellern gerechnet.

Ähnlich wie bei der CeBIT erlitt die Deutsche Messe AG im vorigen Jahr erhebliche Einbußen durch Aussteller, die ihre Messegebühren nicht zahlten oder trotz Anmeldung nicht erschienen waren. So tauchen in der offiziellen Vergleichszahl für die Hannover Messe 2002 nur 6471 zahlende Aussteller auf, während vor einem Jahr noch knapp 7 000 gemeldet wurden.

Vor allem Aussteller aus Deutschland bleiben weg

Die Hannover Messe gilt als Konjunkturbarometer vor allem im Inland. "Die Unternehmen, die zur Hannover Messe kommen, sind in Hab-Acht-Stellung und erwarten sich Impulse", sagte Goehrmann. Deutlich mehr Zuspruch als 2002 erfährt die Messe in diesem Jahr vor allem aus China, Italien, Spanien, Türkei und Taiwan. Die Ausstellerzahl aus den USA nahm dagegen nur leicht von 86 auf 99 zu.

Während die Zahl der Aussteller aus dem Ausland auf knapp 3 000 zulegte, präsentieren sich in Hannover wesentlich weniger Firmen aus Deutschland als 2002. Darin schlägt sich die schwierige Lage des deutschen Maschinen- und Anlagenbaus nieder, der für 2003 bislang keine Belebung des Geschäfts erwartet. Zusätzliche Belastungen werden durch den Irak-Krieg befürchtet.

Der Präsident des Verbandes Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) Diether Klingelnberg bezeichnete vor wenigen Tagen die Lage als extrem störanfällig. Bereits 2002 seien Produktion und Auftragseingänge real rückläufig mit deutlichen Einbußen im Inlandsgeschäft. Regelrecht eingebrochen ist im Inland der Großanlagenbau mit einem Rückgang des Umsatzes um 22 Prozent auf 3,1 Milliarden Euro.

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