Konjunkturdaten beflügeln US-Börsen
Dow Jones schließt auf Sechs-Monats-Hoch

Unerwartet positive Konjunkturdaten und Kursgewinne bei den Halbleiterwerten haben den US-Aktienmärkten am Freitag deutlich Auftrieb gegeben und den Dow-Jones-Index auf dem höchsten Stand seit rund sechs Monaten schließen lassen.

Reuters NEW YORK. Das Börsenbarometer der Standardwerte kletterte um 2,6 Prozent auf 10 368,86 Punkte, den höchsten Schlussstand seit dem 27. August 2001. Der Index durchbrach damit auch den von Charttechnikern als wichtig angesehenen Widerstand bei 10 300 Zählern. Der technologielastige Nasdaq-Index gewann 4,12 Prozent auf 1 802,75 Zähler. Der breiter gefasste S&P-500 legte 2,26 Prozent auf 1 131,78 Punkte zu.

Die Daten hätten die Hoffnung auf eine baldige Konjunkturerholung in den USA gestärkt, sagten Börsianer. "Seit einigen Monaten zeigen sich die Wirtschaftsdaten in stärkerer Verfassung als der Markt. Die Leute nehmen die besseren Daten und glauben erstmals wieder, dass sie auch zu besseren Unternehmensbilanzen führen werden", sagte Edward Hemmelgarn, Chief Investment Officer bei Shaker Investments.

Bereits im frühen Geschäft hatte nach Händlerangaben der US-Einkaufsmanager-Index des Institute for Supply Management (ISM) die Aktienkurse beflügelt. Das Konjunkturbarometer verbesserte sich im Februar auf 54,7 Punkte. Analysten hatten einen geringeren Zuwachs auf 50,9 Punkte erwartet. Auch die US-Bauausgaben stiegen unerwartet stark. Sie nahmen nach Angaben des US-Handelsministeriums im Januar 2002 saisonbereinigt um 1,5 Prozent auf 876,7 Milliarden Dollar zu. Experten hatten mit einem Anstieg um lediglich 0,3 Prozent gerechnet.

"Da die Verarbeitende Industrie bisher der Schwachpunkt der Wirtschaft war, ist es umso ermutigender, diese Trendwende zu sehen", sagte Jay Mueller, Volkswirt und Portfolio Manager bei Strong Capital Management. Ohne Einfluss auf die US-Aktienmärkte blieb Händlern zufolge, dass das Vertrauen der US-Verbraucher in die Wirtschaft im Februar deutlich nachgelassen hat. Nach endgültigen Berechnungen der Universität Michigan fiel der Index des Verbrauchervertrauens auf 90,7 Punkte von 93,0 Punkten im Januar.

Darüber hinaus hätten die Gewinne von Halbleiterwerten die Erholung an der Technologiebörse Nasdaq angetrieben, sagten Händler. Ausgelöst worden sei der Trend durch Nachrichten des Herstellers von Chipproduktionssystemen Novellus.

Unternehmenschef Richard Hill hatte gesagt, es gebe Anzeichen für ein Ende des Abschwungs der Branche. Die Aktien des Unternehmens legten rund 14 Prozent auf 48,56 Dollar zu. Die Titel des weltgrößten Chipherstellers Intel gewannen ebenfalls deutlich um 8,5 Prozent auf 30,98 Dollar. Zuvor hatte der Konzern mitgeteilt, dass sich China innerhalb der kommenden zwei Jahre zu seinem größten asiatischen Absatzmarkt entwickeln und damit Japan überholen werde. Der Halbleiter-Index der Philadelphia Stock Exchange sprang rund elf Prozent höher auf 567,27 Punkte.

Die Titel der drittgrößten US-Mobilfunkgesellschaft AT&T Wireless Servicces verloren gegen den Markttrend rund 15 Prozent auf 8,60 Dollar und waren der umsatzstärkste Wert an der New York Stock Exchange. Das Unternehmen hatte zuvor mitgeteilt, es erwarte für 2002 nach der Akquisition von TeleCorp PCS zwar mehr Umsatz und Kunden, jedoch ein geringeres Wachstum des operativen Cash-Flow.

An der New York Stock Exchange wechselten insgesamt rund 1,45 Milliarden Aktien den Besitzer, dabei gab es 2 221 Gewinner und 925 Verlierer. 182 Papiere schlossen unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von rund 1,88 Milliarden Aktien 2 304 im Plus, 1 224 im Minus und 291 unverändert.

An den US-Bondmärkten verloren die richtungweisenden zehnjährigen Notes 26/32 auf 99-5/32 Punkte und rentierten mit 4,98 Prozent. Die 30-jährigen Bonds gaben 1-6/32 auf 98-5/32 Punkte ab, wobei sich eine Rendite von 5,50 Prozent ergab.

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