Konjunkturdaten belasten
Dax geht mit einem dicken Minus aus dem Handel

Unklare Konjunkturaussichten sorgten am Mittwoch für hohe Volatilität an den Märkten. Die Kurse gerieten erneut auf die Schiefe-Bahn. Gute Nachrichten gab es nur für die Aktionäre von Adidas und MLP.

Reuters FRANKFURT. Unter dem Druck eines überraschend schwach ausgefallenen deutschen Auftragseingangs und abbröckelnder Kurse an den US-Börsen hat der Deutsche Aktienindex (Dax) am Mittwoch schwächer geschlossen.

Die deutsche Industrie hat im Juni 3,2 Prozent weniger Aufträge als noch im Mai erhalten und damit die Erwartung der Analysten von minus 1,5 Prozent deutlich verfehlt. Börsianer zeigten sich von diesen Daten enttäuscht. Der Aktienstratege Volker Borghoff von HSBC schloss sogar einen Fall des Dax unter 3000 Punkte nicht aus.

Nach der Veröffentlichung von Geschäftszahlen verbuchten die Aktien von Adidas indes kräftige Aufschläge. Die Gewinnerliste führten die Papiere von MLP an. Auf der Verliererseite standen derweil die Versicherer.

Indizes mehrheitlich schwächer

Der Dax schloss am Mittwoch knapp drei Prozent schwächer bei 3 463,87 Zählern, während am Neuen Markt der Auswahlindex Nemax50 1,1 Prozent auf 481,66 Punkte fiel. Der Nebenwerte-Index MDax lag indes mit 1,3 Prozent im Plus bei 3356,08 Stellen. Der Dow Jones EuroStoxx50 der größten europäischen Aktien gab um 1,7 Prozent auf 2607,75 Zähler nach.

An der Wall Street tendierte nach anfänglichen kräftigen Gewinnen der Dow Jones bei Börsenschluss in Deutschland 0,5 Prozent schwächer bei 8 231 Stellen, während der technologielastige Nasdaq-Index 1,1 Prozent auf 1246 Punkte verlor.

Unklare Konjunkturaussichten sorgen für hohe Volatilität

Angesichts der unklaren Konjunkturaussichten und der dementsprechend nervösen Marktteilnehmer müsse auch in Zukunft mit großen Kursschwankungen gerechnet werden, sagte Aktienhändler Oliver Hauer von M.M. Warburg. Der VDax, der über die Schwankungsbreite des Börsenbarometers Auskunft gibt, stieg um 3,3 Prozent und lag damit auf dem Niveau kurz nach den Anschlägen vom 11. September.

Zudem bleibe ein möglicher Angriff der USA gegen den Irak ein Thema am Markt, sagte Hauer weiter. "Das hätte verheerende Folgen für den Kapitalmarkt." Die durch einen steigenden Ölpreis anziehenden Kosten könnten die Unternehmen derzeit kaum abfedern.

Adidas nach Zahlen stark gefragt

Mit einem Plus von 3,8 Prozent auf 76,20 Euro gehörten die Papiere von Adidas zu den größten Gewinnern im Dax. Analysten zufolge hat der Sportartikelhersteller mit seinen am Morgen vorgelegten Geschäftszahlen auf ganzer Linie überzeugt.

Nach Dax-Rangliste: MLP setzt Erholung fort

Indes setzten die Aktien von MLP ihre Erholung fort und verteuerten sich um knapp 20 Prozent auf 11,01 Euro, nachdem die Aktie am Freitag in Reaktion auf eine Korrektur der Gewinnprognosen um rund die Hälfte eingebrochen war. Neben der anhaltenden technischen Reaktion auf diesen Kurssturz profitiere das Papier davon, dass der Finanzdienstleister entgegen früheren Befürchtungen offenbar nicht unmittelbar von einem Ausschluss aus dem Dax bedroht ist, sagten Händler.

Versicherer am Abend unter Druck

Am Abend gerieten die Aktien der Versicherer verstärkt unter Druck. Der Branchenindex für diesen Sektor im Dax fiel deutlich. Die deutschen Lebensversicherer wollen in der kommenden Woche einen Rettungsfonds für Branchenkollegen vorstellen, die auf Grund der aktuellen Börsenflaute in finanzielle Schwierigkeiten geraten sind.

Bereits zuvor waren die Aktien der Allianz ins Minus gerutscht. Händlern zufolge belasteten Spekulationen über eine Übernahme des Schweizer Mitbewerbers Zurich Financial das Papier. Beide Unternehmen wollten die Gerüchte nicht kommentieren. Während die Zurich-Aktien 1,9 Prozent zulegten, verloren die Titel der Allianz 6,3 Prozent auf 125,60 Euro. Damit ging rund ein Sechstel des gesamten Dax-Verlustes auf das Konto dieses Wertes.

Die größten Verluste im Dax verbuchte jedoch das Papier von Bayer. Nach einer Herabsetzung des Kursziels durch die Investmentbank CSFB fiel die Bayer-Aktie um sieben Prozent auf 21,29 Euro und schloss damit auf dem tiefsten Stand seit sechs Jahren.

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