Konjunkturdaten beschwichtigen Gemüter
Ampeln an der Wall Street stehen auf Rot

Die Ampeln für die Wall Street stehen am Dienstag auf Rot. Vor allem aus dem Technologiesektor bläst Anlegern heute ein rauer Wind entgegen. In der vergangenen Woche war die neue Ertragssaison weitestgehend vielversprechend gestartet. In der laufenden Woche belasten mehrere Warnungen die Märkte. Während Blue Chips den Aufwärtstrend am Ostermontag noch fortsetzen konnten, wird zu Handelsbeginn auch der Dow Jones Index von Technologieaktien angesteckt werden und eröffnet schwächer

NEW YORK. Während bis 15.40 MESZ der Dow-Jones-Index um 55,63 Punkte oder 0,6 % auf 10 102,93 Punkte fällt, verliert der S&P-500-Index 9,16 Punkte oder 0,8 % auf 1 170,52 Punkte. Der Nasdaq-Index verliert 2,0 % bzw. 38,79 Punkte auf 1 870,78.

Die amerikanischen Börsen drehen sich derzeit zwar überwiegend um Quartalsergebnisse, doch auch Konjunkturdaten spielen angesichts der angespannten Wirtschaftslage und der nächsten Notenbanksitzung Mitte Mai weiterhin eine gewichtige Rolle. Die Verbraucherpreise haben im März den geringsten Anstieg seit sieben Monaten verbucht. Mit 0,1 Prozent ist der Konsumentenpreisindex exakt im Rahmen der Erwartungen ausgefallen. Auch die Kernrate, also der Index ohne die Preise für Lebensmittel und Energie, haben die Erwartungen getroffen. Inflation scheint derzeit kein Problem in den USA zu sein, und damit kommt von Seiten der Wirtschaftsdaten heute kein Störfeuer für die Wall Street.

Von Unternehmensseite kommen heute von zwei Schwergewichten negative Nachrichten. Cisco Systems wird die Umsatzschätzungen im dritten Quartal deutlich verfehlen. Als Gegenmaßnahme für das angespannte konjunkturelle Umfeld hat der Netzwerkkonzern angekündigt, 8 500 Arbeitsplätze zu streichen, was im dritten Quartal zu außerordentlichen Kosten in Höhe von 800 Mill. bis 1,2 Mrd. Dollar führen wird.

Als Problemkind Nummer Zwei könnte sich Intel erweisen. Der Chipkonzern hat angekündigt, die Preise für den Pentium 4 Prozessor um bis zu 19 Prozent zu senken. Mit der Maßnahme sollen die Lager geräumt werden, um Platz für neue, schnellere Chips zu schaffen. Allerdings dürfte die Nachricht hinsichtlich der ohnehin angespannten Gewinnmargen wenig Begeisterung bei Anlegern auslösen.

Kodak-Gewinn beträgt nur noch die Hälfte

Bereits vor Börsenbeginn haben die Blue Chips Johnson & Johnson sowie Eastman Kodak Quartalszahlen gemeldet. Der Pharmakonzern Johnson & Johnson hat den Gewinn gegenüber dem Vorjahr um 14 Prozent ausgebaut. Mit 1,5 Mrd. Dollar oder 1,06 Dollar pro Aktie wurden die Konsensschätzungen im ersten Quartal um zwei Cents übertroffen.

Bei dem Fotokonzern Eastman Kodak wurde der Gewinn gegenüber dem Vorjahr nahezu halbiert. Der Umsatz fiel um vier Prozent auf 2,98 Mrd. Dollar. Mit 157 Millionen Dollar oder 54 Cents pro Aktie wurden die Gewinnschätzungen dennoch um drei Cents pro Aktie überboten. Kodak plant, wie derzeit üblich, Arbeitsplätze abzubauen, um die Kostenseite langfristig zu entlasten. Rund 4,5 Prozent der Belegschaft sollen entlassen werden. Der Vorstandsvorsitzende Daniel Carp rechnet weiterhin mit rauem Fahrwasser für den Fotokonzern.

Für den Tagesverlauf werden weitere Geschäftszahlen ausschlaggebend für die Performance an den Märkten sein. General Motors, Caterpillar, Intel und Texas Instruments gehören zu den Unternehmen, die heute noch für eine positive Entwicklung sorgen könnten.

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