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Konjunkturdaten geben Wall Street Auftrieb

Der Index der verarbeitenden Industrie stieg im August stärker als erwartet. Um die US-Konjunktur scheint es somit doch nicht so schlecht bestellt, wie erst vergangene Woche wieder befürchtet.

Nachdem die Daten verstärkt für Zuversicht sorgten, drehten die Indizes ins Plus. Der Dow Jones Index klettert um 2,3 Prozent in die Gewinnzone. Der technologielastige Nasdaq Index legt 1,7 Prozent an Wert zu.

Der Nationale Einkaufsmanagerindex stieg im vergangenen August auf 47,9 Punkte. Die Mehrheit der Analysten hatte lediglich mit einem Anstieg auf 44 Punkte gerechnet. Vielleicht ist die US-Konjunktur bereits schon wieder auf dem Weg der Erholung, lautet am Dienstag die Hoffnung der Anleger. Vergangene Woche verlor der Dow Jones Index 4,5 Prozent.

Damit verdrängen die Wirtschaftsdaten kurzfristig die überraschendste Meldung des Tages. Hewlett-Packard wird Compaq für 25 Milliarden Dollar in Aktien übernehmen. Gemessen am Schlusskurs vom Freitag erhalten die Compaq-Aktionäre eine Prämie von zehn Prozent für ihre Papiere. Nach dem Zusammenschluss könnte der neue Konzern rund 18 Prozent des globalen PC-Markt halten. Zum Vergleich: Konkurrent Dell Computer hält einen Marktanteil von 13 Prozent.

Die Resonanz der Analysten auf die Übernahme ist gemischt. "Der Zusammenschluss macht keinen Sinn", meint Ashok Kumar von US Piper Jaffray. Compaq zu integrieren, lenke das HP-Management nur von wichtigen anderen Problemen ab, befürchtet der Analyst. Laura Conigliario von Goldman Sachs beurteilt den Deal dagegen generell positiv. "In Anbetracht der wenigen Alternativen war dies wohl die beste Wahl", so die Analystin. Andererseits werfe eine derart große Transaktion enorme Umsetzungsschwierigkeiten auf. Abzuwarten ist zudem der Segen der Wettbewerbsbehörde. Das Papier von Compaq hat mittlerweile um 3,6 Prozent ins Minus gedreht, die Aktie von Hewlett-Packard baut die Verluste auf 14,05 Prozent aus. Die Aktie von Dell gehört dagegen zur Stunde mit einem Plus von 8,4 Prozent zu einem der größten Nasdaq Gewinner. IBM gewinnt 2,5 Prozent an Wert.

Ebenfalls gefragt sind die Aktien des Software- und Mediensektors. Pharma- und Einzelhandelswerte steigen auch im Preis. Neben Dell treiben vor allem Microsoft und Oracle den Nasdaq Index ins positive Terrain.

Die Kursverluste bei Ericsson und Qualcomm begrenzen dagegen die Punktgewinne des Segments. Ericsson´s Warnung, dass eine Erholung im Markt für Netzwerke auch im Jahr 2002 auf sich warten lassen dürfte, sorgt für eine neue Runde negativer Analystenkommentare und befördert die Aktie von Ericsson über 15 Prozent in die Verlustzone.

Intel und andere Chipwerte können sich bis zur Mittagsstunde von den morgendlichen Kursverluste erholen. Sie gerieten unter Druck, nachdem die Experten von Lehman Brothers die Geschäftsprognosen für den weltgrößten Chiphersteller reduzieren. Intel wird an diesem Donnerstag eine Konferenz zum laufenden Quartal und der erwarteten Geschäftsentwicklung abhalten. Zudem belastet am Morgen zunächst die jüngste Statistik die Chipaktien. Die Vereinigung der Halbleiterindustrie SIA meldet, dass die Umsätze der Chiphersteller im Juli im Vergleich zum Vorjahr weltweit um über 37 Prozent zurückgegangen sind. Bereits im Juni fielen die Umsätze um 30 Prozent gegenüber dem Jahr 2000.

Von den morgendlichen Kursverlusten noch nicht erholen konnte sich bisher die Aktie von Advanced Micro Devices. Die Analysten von Merrill Lynch sehen eine neue Runde im Preiskampf mit dem Chip-Giganten Intel. Beide Unternehmen haben die Preise für ihre Spitzenchips um bis zu 50 Prozent gesenkt. Die Preissenkungen sind jedoch nach Ansicht der Analysten bereits in den Aktienkursen berücksichtigt. Die Aktie von Advanced Micro Devices büßt 3,1 Prozent ein.

Die Aktie von Johnson & Johnson steht dagegen auf der Gewinnerliste des Dow Jones ganz oben, nachdem der Pharmakonzern eine neue Gefäßprothese vorgestellt hat. Der Markt für Gefäßprothesen soll sich bis 2004 verdoppeln und laut Prudential Securities bis 2005 ein Volumen von drei Milliarden Dollar ausmachen.

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