Konjunkturdaten im Blick
US-Anleger wetten auf die Wende

Wieder auflebende Hoffnungen auf eine baldige Erholung der US-Wirtschaft und ein positiver Analysten-Kommentar zum Netzwerkausrüster Cisco haben den US-Börsen am Montag Gewinne von mehr als einem Prozent beschert. Der Technologie-Index Nasdaq kletterte dabei auf das höchste Niveau seit etwa elf Monaten und der S&P-Index schloss so hoch wie seit Ende August 2002 nicht mehr.

Reuters NEW YORK. Der Dow-Jones-Index 30 führender Industriewerte gewann 1,42 % auf rund 8726 Punkte. Der Nasdaq-Index legte 1,4 % auf 1541 Zähler zu. Der breiter gefasste S&P-500-Index rückte um 1,25 % auf 945 Punkte vor.

"Was den Markt antreibt, ist die Hoffnung auf eine wirtschaftliche Wende", sagte Erik Gustafson von Stein Roe & Farnham. Händler verwiesen außerdem darauf, dass viele Investoren, die Aktien in der Hoffnung auf niedrigere Kurse geliehen hatten, diese angesichts des Kursaufschwungs nun schnell verkaufen mussten (short-covering).

"Der Markt hält sich außerordentlich gut", sagte Peter Dunay, Marktstratege bei Wall Street Access. "Nach den jüngsten Kursgewinnen denkt jeder, er geht runter, aber ich denke, er hält sich bis Freitag." David Memmot von Morgan Stanley fügte hinzu: "Cisco unterstützt definitiv. Cisco ist ein großes Unternehmen und schwer gewichtet in einer Menge von Indizes".

Cisco-Aktien stiegen um 4,51 % auf 16,67 Dollar. Zuvor hatte die Investmentbank Lehman Brothers die Aktie hochgestuft. Die Papiere von Cisco-Konkurrent Juniper Networks legten 4,42 % auf 12,53 Dollar zu. Umsatzstärkster Wert an der Nasdaq ware Sun Microsystems. Die Titel verteuerten sich um fast neun Prozent auf 4,21 Dollar.

Die Aktien des Softwareherstellers Siebel Systems fielen gegen den Markttrend 2,83 % auf 9,26 Dollar. Siebel hatte zuvor eine Untersuchung der US-Börsenaufsicht SEC gegen das Unternehmen bekannt gegeben. Dabei geht es den Angaben zufolge möglicherweise um eine Verletzung von Regeln, die Firmen daran hindern sollen, wichtige Finanzinformationen selektiv zu verbreiten.

Kräftig verbessern konnten sich auch die im Dow-Jones gelisteten Aktien der Philip-Morris-Mutter Altria Group um 4,42 % auf 33,10 Dollar. Das Magazin "Barrons" hatte zuvor berichtet, die Titel des Konzerns könnten unter anderem wegen günstiger Gerichtsentscheidungen und einer Wiederaufnahme des Aktienrückkaufprogramms bis zum Jahresende um 26 % anziehen.

Nach den größtenteils besser als erwartet ausgefallenen Quartalsberichten von Unternehmen richtet sich das Augenmerk der Investoren nun verstärkt auf neue maßgebliche Konjunkturdaten, die allerdings erst im Laufe der Woche veröffentlicht werden. Analysten zufolge wartet die Wall Street auf eindeutige Hinweise für eine Stabilisierung der größten Volkswirtschaft. In den kommenden Tagen werden unter anderem Zahlen zu den Einzelhandelsumsätzen, zur Industrieproduktion sowie zur Preisentwicklung bei Produzenten und Verbrauchern erwartet. Ferner legen ab Dienstag die Einzelhandelskonzerne Wal-Mart und J.C. Penney, der Computerhersteller Dell, der Chipausrüster Applied Materials sowie der Pharmakonzern Schering-Plough Geschäftszahlen vor.

Dämpfend auf die Stimmung am Markt wirkte Händlern zufolge weiterhin der schwache Dollar. "Man ist weiterhin überkauft und man hat den schwachen Dollar. Er hilft exportierenden Firmen, aber er behindert Investitionen ausländischer Unternehmen in den USA", sagte Larry Wachtel von Prudential Securities.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 1,37 Mrd. Aktien den Besitzer. 2307 Werte legten zu, 989 gaben nach und 167 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,77 Mrd. Aktien 2017 im Plus, 1155 im Minus und zehn unverändert. An den US-Kreditmärkten lagen die zehnjährigen Staatsanleihen mit 99-29/32 Punkten um 13/32 höher. Sie rentierten mit 3,633 %. Die 30-jährigen Bonds stiegen um 16/32 auf 111-11/32 Zähler. Ihre Rendite fiel auf 4,643 %.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%