Konjunkturdaten in USA
US-Einkaufsmanagerindex steigt deutlicher als erwartet

Der vielbeachtete Index stieg deutlicher als von Experten erwartet. Die US-Börsen reagierten nur kurz mit Kursaufschlägen.

rtr TEMPE. Der an den Finanzmärkten viel beachtete Konjunkturindex der US-Einkaufsmanager ist im Mai etwas stärker als erwartet gestiegen. Der Aufwärtstrend dürfte sich bis in das dritte Quartal hinein fortsetzen, sagte ISM-Konjunkturexperte Norbert Ore. Die US-Finanzmärkte reagierten dennoch mit Kursabschlägen.

Der vom Institute of Supply Management (ISM) ermittelte Index für die Geschäftsentwicklung im Verarbeitenden Gewerbe kletterte auf 55,7 Zähler von 53,9 Punkten im April, wie das ISM am Montag mitteilte. Analysten hatten einen Anstieg auf 55,0 Zähler prognostiziert.

Ein Wert von über 50 Punkten deutet auf eine Expansion im Verarbeitenden Gewerbe hin, Werte darunter zeigen ein Schrumpfen des Sektors an. Der Teilindex für die Preise stieg nach ISM-Angaben im Mai auf 63,0 Punkte nach 60,3 Punkten im April.

Die Erholung im Verarbeitenden Gewerbe dürfte sich nach Ansicht von ISM-Konjunkturexperte Norbert Ore auch in den kommenden Monaten weiter fortsetzen. "Das zweite Quartal wird stark ausfallen und wir können mittlerweile damit rechnen, dass es sich auch bis ins dritte Quartal hineinreicht", sagte Ore in einer Telefonkonferenz. Der schwache US-Dollar könne die Erholung in den exportorientierten Branchen unterstützen.

Volkswirte beschrieben den Anstieg des Konjunkturbarometers als weiteres Signal für eine Erholung der US-Wirtschaft, nachdem bereits in der Vorwoche der Konjunkturindex der Einkaufsmanager von Chicago besser als erwartet ausgefallen war. "Danach dürften nun hoffentlich auch die Investitionsausgaben wieder anziehen", sagte Harvey Katz, Chefvolkswirt bei Value Line Inc. in New York.

Nach Ansicht von Experten gibt das anhaltend starke Preisniveau allerdings Anlass zur Sorge. "Wir müssen ein Auge darauf halten, ob die Rohstoffpreise steigen. Es herrscht immer ein bisschen Angst vor Inflation", sagte Kevin Logan von Dresdner Kleinwort Wasserstein."

Die Aktienmärkte reagierten nur kurzfristig mit steigenden Aktienkursen auf die Konjunkturdaten. Nach Kursgewinnen im Anschluss an die Veröffentlichung rutschte der Dow-Jones-Index im Handelsverlauf wieder ins Minus. Ebenso gab der Dollar weiter nach und ließ den Euro bis auf 0,9370 Dollar ansteigen. Nach Einschätzung von Analysten sei ein Übertreffen der Prognosen an den Märkten weitgehend erwartet worden, nachdem der Chicagoer Einkaufsmanagerindex am Freitag die Investoren positiv überrascht hatte.

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