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Konjunkturdaten nehmen Hoffnung auf Zinssenkung

Die Wall Street fürchtet um die erhoffte Zinnsenkung am kommenden Dienstag. Die jüngsten Konjunkturdaten stiegen stärker als erwartet. Damit fielen sie zu gut aus, um Notenbank Alan Greenspan ernsthafte Veranlassung zu geben, die Zinsen nächste Woche zum fünften Mal in diesem Jahr zu senken. Vor allem US-Standardwerte leiden unter der Enttäuschung der Anleger. Der technologielastige Nasdaq Index notiert ebenfalls im roten Bereich.

Am eindrucksvollsten demonstrieren die Daten zum Konsumentenvertrauen und zum Einzelhandel die momentane US-Wirtschaftslage. Das Konsumentenvertrauen wird nach vorläufigen Studien der Universität von Michigan im Mai erstmals seit September vergangenen Jahres wieder steigen. Die Mehrheit der Marktbeobachter hatte dagegen mit einem weiteren Rückgang gerechnet.

Die bereits vorbörslich veröffentlichten Einzelhandelsdaten fielen im April weit besser aus als erwartet. Statt um die erwarteten 0,1 Prozent legten die Einnahmen im vergangenen Monat sogar um 0,8 Prozent zu. Die um Automobilumsätze bereinigte Kernrate stieg mit 0,7 Prozent ebenfalls stärker als erwartet an. Bereits gestern hatten die vorab veröffentlichten Einzelhandelsdaten einiger Unternehmen auf eine starke Steigerung hingedeutet. Nach einem schwachen Vormonat konnten sich die Einnahmen des Sektors damit wieder erholen. Einzelhandelswerte profitieren von der Nachricht. Neben Wal-Mart versucht Home Depot die Verluste des Dow Jones Index zu begrenzen.

Der Erzeugerpreisindex stieg im April um 0,3 Prozent und erfüllte damit die durchschnittlichen Erwartungen. Noch im Vormonat war der Index um 0,1 Prozent gefallen. Damit deuten alle am Freitag veröffentlichten Wirtschaftsdaten auf die Erholung der US-Konjunktur. Zinssenkungsphantasien geraten ins Hintertreffen.

Dass sich die US-Wirtschaft aus eigener Kraft oder als Antwort auf die vorangegangenen Zinssenkungen erholen könnte, scheint die Anleger nicht zu beruhigen. Sie hatten sich auf weitere Rettungsmaßnahmen der Notenbank eingestellt, um die US-Konjunktur vor der Rezession zu retten.

Zu den größten Verlieren gehören Pharma-, Öl- und Computerwerte. IBM und Exxon Mobil führen die Verliererliste der 30 US-Standardwerte an. Die Analysten von Credit Suisse First Boston stufen die Aktie von IBM auf "halten" ein. Auch an Big Bluse werde die Abkühlung der US-Wirtschaft nicht spurlos vorbei gehen, so die Analysten.

Dem Pharmakonzern Merck schaden Übernahmespekulationen. Der zweitgrößte US-Pharmakonzern soll an der Übernahme von Schering-Plough interessiert sein. Für 91 Milliarden Dollar in Aktien wolle Merck den Konkurrenten übernehmen, berichtet die "Business Week". Ob der Übernahmepreis zu hoch sein könnte? Bei einem möglichen Preis von 65 Dollar pro Aktie erhielten die Aktionäre von Schering-Plough gemessen am Schlusskurs vom vergangenen Donnerstag einen Bonus von 75 Prozent. Während die Aktie von Schering-Plough zum Wochenschluss zu den beliebten Titeln gehört, büßt Merck an Wert ein.

Den Nasdaq Index belasten besonders die Kursverluste bei Intel und Microsoft. Oracle, JDS Uniphase und Qualcomm geraten ebenfalls unter Abgabedruck.

Zu den gefragten Papieren zählen heute neben Einzelhandelswerten auch die Aktien der Luft- und Raumfahrtkonzerne. So freut sich Boeing über das Interesse an seinen Flugzeugen. Die Fluggesellschaft Virgin Atlantic plant möglicherweise bis zu sechs Flugzeuge des Typs "Sonic Cruiser" von Boeing zu kaufen. Das Besondere an diesen Maschinen: Sie fliegen bis zu 20 Prozent schneller als die bisherigen Standard-Passagiermaschinen. Boeing legt ebenfalls an Wert zu.

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