Konjunkturdaten schlecht ausgefallen
Schwache Firmenprognosen belasten US-Börsen

Unerwartet schwache US-Konjunkturdaten und ein trüber Geschäftsausblick des US-Softwareherstellers Adobe Systems haben die New Yorker Aktienmärkte am Donnerstag belastet. Händler sagten, die Daten hätten Sorgen der Anleger verstärkt, dass die US-Konjunktur sich möglicherweise nicht so rasch und kräftig erholen werde wie erhofft.

Reuters NEW YORK. Der Dow-Jones-Index fiel zum Handelsschluss um 2,63 Prozent auf 8506,62 Punkte. Der technologielastige Nasdaq-Index sank um 3,62 Prozent auf 1280,16 Punkte. Der marktbreite S&P500 fiel um 2,96 Prozent auf 884,66 Punkte.

"Die Anleger sind extrem nervös - fast paranoid", sagte Ned Riley, Chefinvestment-Stratege bei State Street Global Advisors. "Die Paranoia kommt von Entscheidungen, die sich als katastrophal falsch herausstellen. Andererseits gibt es auch Leute, die eine Rallye erwarten und denken, dass sie bestraft werden, wenn sie nicht einsteigen." Andere Analysten sagten, nach der Kurserholung im späten Geschäft am Mittwoch hätten einige Anleger Gewinne mitgenommen. "Mindestens die Hälfte der Verluste ist eine Gegenreaktion auf die Gewinne vom späten Geschäft am Vortag, und diese schwachen Zahlen zeigen erneut, dass die US-Wirtschaft noch nicht über den Berg ist", sagte Richard Cripps, Chefmarktstratege bei Legg Mason Wood Walker.

Das US-Konjunkturbarometer des Institute for Supply Management (ISM) sank im Juli überraschend stark auf 50,5 von 56,2 Punkten im Vormonat. Von Reuters befragte Analysten hatten einen Rückgang auf 55,1 Punkte vorausgesagt. Eine Abkühlung der Konjunktur im Baugewerbe signalisierte auch die Entwicklung der Bauinvestitionen. Nach Angaben des US-Handelsministeriums fielen die Bauausgaben im Juni saisonbereinigt um 2,2 Prozent nach einem revidierten Minus von 2,0 Prozent im Vormonat.

Die US-Aktien waren bereits nach dem trüben Ausblick des Softwareherstellers Adobe mit leichten Kursverlusten in den Handel gestartet. Adobe-Aktien verloren rund 30 Prozent auf 16,83 Dollar. Der Konzern hatte am Vorabend seine Gewinn- und Umsatzprognosen für das laufende Quartal gesenkt. Die Titel des US-Mobilfunkausrüsters Qualcomm gaben um rund sieben Prozent auf 25,61 Dollar nach. Die Investmentbank Credit Suisse First Boston hatte ihre Bewertung für die Aktien des Unternehmens auf "halten" von "kaufen" gesenkt.

Die Aktien des US Cicso Systems-Netzwerkausrüsters verloren rund 8,3 Prozent auf 12,10 Dollar und waren der umsatzstärkste Wert an der Nasdaq. Analysten führten die kräftigen Kursverluste auf Marktspekulationen zurück, wonach Cisco-Chef John Chambers zurücktreten soll. Eine Cisco-Sprecherin wies die Gerüchte zurück. Händler sagten, die Aktie werde auch von den schwachen Konjunkturdaten belastet. Cisco will am 6. August seine Quartalszahlen vorlegen.

Belastend für die Standardwerte waren nach Händlerangaben vor allem die Verluste der Aktie des Ölkonzerns Exxon, die um rund 8,5 Prozent auf 33,65 Dollar nachgaben. Der Quartalsgewinn des weltgrößten börsennotierten Ölkonzerns war im Zuge niedrigerer Margen seiner Öl-Raffinerien um mehr als 40 Prozent eingebrochen.

Gegen den Trend legten die Aktien des Energiehändlers Dynegy um rund 14,6 Prozent auf 2,75 Dollar zu und waren der umsatzstärkste Wert an der New York Stock Exchange. Die Aktie habe von der Mitteilung profitiert, wonach der Energiehändler Williams Cos von seinen Banken und dem US-Investor Warren Buffett rund zwei Milliarden Dollar an Finanzmitteln erhalten und Vermögenswerte im Volumen von mehr als einer Milliarde Dollar verkauft hat. Williams-Aktien legten um rund 29 Prozent auf 3,80 Dollar zu.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 1,67 Milliarden Aktien den Besitzer. 1264 Werte legten zu, 1958 gaben nach und 161 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,52 Milliarden Aktien 1253 im Plus, 2114 im Minus und drei unverändert.

An den US-Kreditmärkten stiegen die zehnjährigen Staatsanleihen um 15/32 auf 103-22/32. Sie rentierten mit 4,397 Prozent. Die 30-jährigen Bonds kletterten 8/32 auf 101-07/32 und hatten eine Rendite von 5,291 Prozent.

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