Konjunkturdaten weitgehend ignoriert
US-Börsen leicht erholt

Die US-Börsen haben sich am Dienstag von den Kursverlusten der vergangenen Tage etwas erholt. Die Konjunkturdaten des Tages wurden an der Wall Street weitgehend ignoriert. Wegweisende Nachrichten aus dem Irak-Krieg waren ebenfalls Mangelware.

Reuters NEW YORK. Die im irakischen Fernsehen verlesene Erklärung von Iraks Präsident Saddam Hussein habe - da nicht von ihm selbst abgegeben - am Markt wieder Spekulationen über das Schicksal Saddams aufleben lassen und sei positiv für die USA gewertet worden. Neue Konjunkturdaten spielten dagegen kaum eine Rolle. Der Standardwerte-Index Dow Jones schloss rund 0,97 Prozent höher bei 8069 Punkten. Der technologielastige Nasdaq-Index gewann bis Handelsschluss rund 0,53 Prozent auf 1348 Zähler. Der breiter gefasste S&P-500-Index legte rund 1,21 Prozent zu auf 858 Punkte.

Die Wall Street hatte zuvor vier Handelstage in Folge im Minus geschlossen. Die Kurse wurden insbesondere von Befürchtungen belastet, ein langer Irak-Krieg könnte die erhoffte Erholung der Weltwirtschaft erheblich beeinträchtigen. "Die Märkte haben die fundamentalen Wirtschaftsdaten ignoriert", sagte Paul Cherney, Marktanalyst bei S&P Marketscope. Die Händler konzentrierten sich vielmehr auf die Schlagzeilen zum Krieg und deren Auswirkungen auf das Marktgeschehen, ergänzte Brian Pears von Victory Capital Management.

In der von Iraks Informationsminister verlesenen Erklärung Saddams hatte dieser den Heiligen Krieg (Dschihad) als religiöse Pflicht für die Iraker bezeichnet. Die Iraker sollten die Feinde überall bekämpfen. Analyst Taai Izushima von Daiwa Securities sagte dazu: "Die Kurse ziehen an und der einzige Grund ist, dass Saddam nicht persönlich im Fernsehen zu sehen war." Ein anderer Analyst sagte, der Markt sei sehr vorsichtig und volatil. "Alle Augen richten sich auf den Krieg. Die Punkte, die wir gestern verloren haben, machen wir heute wieder gut", sagte er.

AMR-Aktien legten mehr als 40 Prozent zu

Unternehmens- wie Konjunkturnachrichten gaben keinen klaren Trend vor. Allerdings stützten die kräftigen Kursgewinne bei den Aktien des Mutterkonzerns von American Airlines, AMR den Gesamtmarkt. Die Titel schlossen mehr als 40 Prozent höher bei drei Dollar, nachdem die Muttergesellschaft der weltgrößten Fluggesellschaft American Airlines durch eine Einigung mit Gewerkschaften über Lohnkürzungen eine Insolvenz zunächst abgewendet hatte.

Bei den Konjunkturdaten fiel einerseits der an den Finanzmärkten viel beachtete Konjunkturindex der US-Einkaufsmanager im März deutlicher stärker als von Analysten erwartet und signalisierte zugleich einen Geschäftsrückgang der US-Industrie. Andererseits gingen die Bauausgaben in den USA im Februar längst nicht so stark zurück wie von Volkswirten prognostiziert. "Ich denke, dass die schwächeren Daten wegen des Krieges irgendwie erwartet wurden", sagte ein Analyst. Insgesamt würden die Menschen die Kriegssituation derzeit wieder etwas positiver einschätzen, sagte Angel Mata von Legg Mason Wood Walker. "Alles, was wir im Fernsehen sehen und die Medien andeuten, ist, dass die Regierung mit dem Geschehen gut umgeht", fügte Mata hinzu.

Die alliierten Truppen versuchten am Dienstag erneut, mit schweren Luftangriffen die Verteidigungsringe um Bagdad zu schwächen. Am Boden setzten sie im Zentralirak ihren Vormarsch auf die Hauptstadt offenbar fort.

Bei den Einzelwerten standen unter anderem die Papiere von Best Buy im Mittelpunkt des Interesses der Anleger. Die Titel waren im Verlauf ins Plus gedreht und beendeten den Handel 1,41 Prozent höher bei 27,35 Dollar. Zuvor hatten sie noch verloren, nachdem der Elektro-Einzelhändler für das laufende Quartal das Verfehlen der Ergebnisprognosen der Analysten angekündigt hatte.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 1,44 Milliarden Aktien den Besitzer. 2238 Werte legten zu, 1012 gaben nach und 161 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,39 Milliarden Aktien 1818 im Plus, 1264 im Minus und drei unverändert.

An den US-Kreditmärkten fielen die zehnjährigen Staatsanleihen um 4/32 auf 100-14/32. Sie rentierten mit 3,821 Prozent. Die 30-jährigen Bonds schlossen unverändert bei 108-08/32 und hatten eine Rendite von 4,833 Prozent.

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