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Konjunkturdaten werden oft überschätzt

Was signalisieren uns die neuen Konjunktur-Indikatoren? Gestern gab es bereits eine geballte Ladung neuer Informationen aus Deutschland und den USA; heute kommen weitere Statistiken aus Amerika.

Aktuell hören sich diese Daten ungemein spannend und wichtig an, zumal sie schon Tage vorher angekündigt werden. Und die Börsen spekulieren frühzeitig auf die Einzelergebnisse - diese werden dann "eingepreist" -, um sie bei Veröffentlichung der Realität mit der vorherigen Erwartungshaltung abzugleichen. Aber was haben Sie davon?

Nichts, zumindest ziemlich wenig. Denn zum einen heißt Realität hier in aller Regel nicht Wirklichkeit, sondern nur vorläufige Wirklichkeit, weil ein Teil dieser Wirtschaftsdaten vorläufigen Charakter hat und später revidiert wird - Beispiel: die Inflations-und Wachstumsraten (Bruttoinlandsprodukt).

Zum anderen ist das besondere Ereignis der Bekanntga-be von Konjunkturdaten eben gar keine Besonderheit, weil fast in jeder Woche insbesondere im Statistik verliebten Amerika angeblich ganz wichtige, neue Zahlen herausgegeben werden.

Und die ganze Börsenwelt schaut gebannt darauf, analysiert sie kurz, hakt sie ab - und wartet dann auf die nächsten Zahlen. Deutschland hat diesen "Shorttermism", hat diese Kurzfristigkeit der Orientierung längst importiert.

Übrigens: Vor zehn, zwanzig Jahren machte man sich in Europa noch lustig über die "Weekly Statistics" der Amerikaner!

Wenn Sie heute nachlesen, wie die Fachpresse den gestern veröffentlichten Ifo-Geschäftsklimaindex einordnet und kommentiert, werden Sie das Problem am Einzelbeispiel erkennen: Dieser stark beachtete Frühindikator der Wirtschaftslage signalisiert rot, gelb und grün zugleich. Da kann ich auch mein erzgebirgisches Wetterhäuschen beobachten - und das zeigt nach wie vor keinen klaren Trend an.

Machen Sie?s gut - bis morgen!

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