Konjunkturentwicklung ausschlaggebend
MAN hofft auf bessere Konjunktur im zweiten Halbjahr

Das Umsatz- und Auftragswachstum bei dem Münchener Maschinenbau- und Nutzfahrzeugkonzern MAN hat sich im April noch einmal verlangsamt.

Reuters MÜNCHEN. Der Münchener Maschinenbau- und Nutzfahrzeugkonzern MAN hofft, seinen Abwärtstrend beim Gewinn im zweiten Halbjahr bremsen zu können, obwohl sich der Umsatz- und Auftragszuwachs im April nochmals verlangsamt hat. "Wir sind überzeugt, dass wir es mit einer vorübergehenden Ertragsdelle zu tun haben. Ich hoffe, es wird keine Ertragsbeule", sagte MAN-Chef Rudolf Rupprecht am Freitag auf der Hauptversammlung in München.

Im ersten Quartal war das Ergebnis vor Steuern um 20 Prozent eingebrochen. MAN leide unter der flauen Konjunktur und Problemen mit der Umstellung auf eine neue Lkw-Serie, hieß es. An den Rekordgewinn von 668 Millionen Euro vor Steuern aus dem Geschäftsjahr 1999/2000 (30. Juni) werde MAN erst im nächsten Jahr wieder anknüpfen, wenn sich die gesamtwirtschaftliche Lage wieder erhole.

Langsames Wachstum im ersten Quartal

In den ersten vier Monaten 2001 wuchs der Konzernumsatz von MAN nur noch um drei Prozent auf 4,56 Milliarden Euro. Ohne Zukäufe in Großbritannien und der Schweiz wäre das Volumen nur noch marginal gewachsen. Gleiches gilt für den Auftragseingang, von dessen Zuwachs von 120 Millionen Euro auf 5,40 Milliarden Euro drei Viertel auf Konsolidierungseffekte entfielen. Nach den ersten drei Monaten hatten der Umsatz noch um fünf und der Auftragseingang um sechs Prozent über dem Niveau des Vorjahres gelegen. Schlechte Vorzeichen zeigen sich vor allem im Lkw-Geschäft: In dem größten Unternehmensbereich kamen bis April sechs Prozent weniger Aufträge herein als ein Jahr zuvor.

Aktionärsvertreter sagten, das Bild habe sich im ersten Quartal deutlich eingetrübt. Mit dem sinkenden Kurs der Aktie steige die Gefahr für MAN, aus dem deutschen Börsenindex DAX abzusteigen, sagte Christoph Öfele von der Aktionärsvereinigung SdK. Am Freitag notierte die MAN-Aktie in einem schwachen Börsenumfeld mit 27,85 Euro 1,4 Prozent unter ihrem Vortagesschluss.

Durch Entlassungen zurück in die Gewinnzone

Kostensenkungsmaßnahmen vor allem bei Nutzfahrzeugen und in der Hütten- und Walzwerkstechnik sowie ein Stellenabbau sollen den Gewinn von MAN bis zum nächsten Jahr wieder auf Kurs bringen. Mehr als 800 der 1800 befristeten Stellen, die im Lkw-Bau gestrichen werden sollen, seien seit Ende Februar schon abgebaut worden, hieß es. Bei der MAN Nutzfahrzeuge AG will Rupprecht damit 100 Millionen Euro einsparen. Wie sich dies auf das Ergebnis auswirken werde, sei aber offen.

Rupprecht dämpft Erwartungen für laufendes Quartal

Rupprecht wiederholte, der Gewinn 2001 könne im Vergleich zum letzten vollen Geschäftsjahr stärker zurückgehen könne als zunächst gedacht. "Es dürfte schwierig werden, den Rückgang des Ergebnisses vor Steuern auf die angekündigten zehn Prozent gegenüber 1999/2000 zu begrenzen", sagte er vor den Aktionären. Rupprecht dämpfte vor allem die Erwartungen in das laufende zweite Quartal. Die Ergebnisse in der zweiten Jahreshälfte dürften im Vorjahresvergleich wieder positive Vorzeichen ausweisen, sagte er.

An den bereits im Frühjahr leicht gesenkten Erwartungen in Umsatz- und Auftragseingang hielt Rupprecht fest. Die jeweils angepeilten 16,5 Milliarden Euro stellte der Vorstandschef aber unter den Vorbehalt, dass sich die Konjunktur nicht noch weiter verschlechtere. Beim Umsatz wäre dies ein Zuwachs von zehn Prozent, beim Auftragseingang von knapp sechs Prozent. Der MAN-Chef betonte aber, diese Aussichten stünden unter dem Vorbehalt, dass die Konjunktur nicht noch schlechter ausfalle als abzusehen. Zu übertriebenem Pessimismus mit Blick auf den Umsatz bestehe aber angesichts der Auftragslage kein Grund.

Mögliche Verkaufsobjekte der Unternehmensgruppe benannt

Die lange angekündigte Bereinigung des Konzern-Portfolios will Rupprecht nun Ende des Jahres angehen. Der Vorstandschef nannte erneut keine Kandidaten für einen Verkauf, um Unruhe unter den Mitarbeitern zu vermeiden. Vor den Aktionären nannte Rupprecht als Kernbereiche das Geschäft mit Nutzfahrzeugen und Dieselmotoren, mit Drucksystemen (MAN Roland) und mit Industriellen Dienstleistungen. Als mögliches Verkaufsobjekt war wiederholt der Raumfahrt-Zulieferer MAN Technologie AG genannt worden.

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