Konjunkturerwartungen ernüchtern
US-Anleger machen einen Rückzieher

Die US-Börsen haben am Donnerstag schwächer geschlossen, nachdem die jüngsten Konjunkturdaten die Hoffnungen auf einen raschen Wirtschaftsaufschwung gedämpft hatten.

Reuters NEW YORK. Wichtige Konjunkturbarometer deuteten zwar auf eine Erholung der weltgrößten Volkswirtschaft hin und fielen auch besser aus als von Volkswirten prognostiziert. Händlern zufolge waren die Erwartungen am Markt zuletzt aber noch höher gewesen. Dies habe die Kurse gedrückt.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss um 1,23 % tiefer auf 9179 Zählern. Der breiter gefasste S&P-500-Index fiel um 1,52 % auf knapp 995 Punkte. Der Index der Technologiebörse Nasdaq ging um 1,70 % zurück auf rund 1649 Punkte. Die US-Aktienmärkte werden seit mehr als drei Monaten von der Hoffnung auf eine baldige Konjunkturbelebung beflügelt. Zahlreiche Marktbeobachter haben aber mittlerweile die Sorge, dass die Wirtschaft sich nicht schnell genug erholt, um die in den Kursen bereits enthaltenen Erwartungen zu rechtfertigen.

"Der entscheidende Punkt ist, dass der Aktienmarkt nicht darauf reagiert, dass die Daten ansonsten als ziemlich gut bewertet würden", sagte Hugh Johnson von First Albany. "Die Investoren sorgen sich sehr um die Bewertung, und machen sich zunehmend Sorgen, dass wir zu schnell zu weit gegangen sind." Das Wirtschaftswachstum und die Unternehmenszahlen im zweiten Halbjahr könnten womöglich nicht stark genug sein, um die Aktien auf dem aktuellen Kursniveau zu stützen.

Der Konjunkturindex der Federal Reserve Bank von Philadelphia verbesserte sich im Juni zwar auf plus 4,0 (Vormonat minus 4,8) Punkte und lag damit über der durchschnittlichen Analysten-Prognose von plus 3,3 Punkten. Nach dem am Montag bekannt gegebenen überraschend starken Anstieg des Konjunkturindexes der Federal Reserve Bank von New York, der als zuverlässiger und frühzeitiger Indikator für die landesweite Entwicklung der Industrie gilt, waren die Erwartungen der Investoren an den Philadelphia-Fed-Index allerdings drastisch gestiegen.

Auch der Index der Frühindikatoren des Wirtschaftsforschungsinstituts Conference Board legte im Mai deutlicher zu als von Analysten vorausgesagt. Die wöchentlichen Arbeitsmarktzahlen fielen ebenfalls besser aus als von Volkswirten prognostiziert, unterstreichen Experten zufolge zugleich aber die weiterhin angespannte Beschäftigungslage. Das US-Haushaltsdefizit stieg im Mai zum Vorjahr um fast zehn Mrd. Dollar. In den ersten acht Monaten des laufenden Fiskaljahres lag damit das Defizit mit 292,06 (Vorjahr 145,38) Mrd. Dollar doppelt so hoch wie im Vorjahr.

Die Aktien von General Electric verbilligten sich um 2,83 % auf 29,86 Dollar, nachdem das Unternehmen über einen Rückgang der Bestellungen in der Kunststoffsparte berichtet hatte. Der Kurs der Morgan Stanley-Aktie fiel nach einer Rückstufung um 6,14 % auf 44,01 Dollar.

An der New Yorker Stock Exchange wechselten rund 1,51 Mrd. Aktien den Besitzer. 1100 Werte legten zu, 2177 gaben nach und 176 waren unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,92 Mrd. Aktien 1079 im Plus, 2065 im Minus und 28 unverändert.

An den US-Kreditmärkten notierten die zehnjährigen Staatsanleihen mit 102-13/32 um 7/32 höher und rentierten mit 3,339 %. Die 30-jährigen Bonds verloren 9/32 auf 115-8/32 Zähler. Sie rentierten mit 4,415 %.

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