Konjunkturflaute belastet das Edelmetall
Silberpreis sinkt auf Acht-Monats-Tief

Der Silberpreis macht Investoren gegenwärtig keine Freude: Anfang dieser Woche ging das Edelmetall mit 4,36 Dollar je Unze im Dezemberkontrakt in New York auf den niedrigsten Stand seit acht Monaten zurück.

cla LONDON. "Silber ist derzeit wieder voll im Fahrwasser der weltweiten Konjunkturmisere", meint Neil Meader, Analyst bei den Londoner Edelmetallexperten Gold Fields Mineral Services, GFMS. Bereits sei Jahren dümpelt der Silberpreis vor sich hin.

Die drei Großabnehmer sind inzwischen zu etwa gleichen Teilen die Elektronikindustrie, die Silberwaren-/Schmuck- und die Fotobranche. Der Absatz an Silberwaren sei derzeit sogar noch "eher robust", beobachtet Meader. In einigen Ländern begünstige der Modetrend bei Silberschmuck das Edelmetall.

Das Segment Photoindustrie sei zwar nach wie vor wichtig, schrumpfe jedoch. Der Einfluss der mit Silber konkurrierenden Digitalfotografie dürfe jedoch nicht überschätzt werden. Einer der Gründe für den jüngsten Rückgang der Nachfrage dieses Bereichs sei das Verhalten amerikanischer Verbraucher. Meader: "Seit dem 11. September reisen sie weniger, es wird weniger fotografiert."

Der GFMS-Experte hält bei der Einschätzung des künftigen Preistrends auch die Produktionsseite genau im Auge. Nur zu 20 Prozent wird Silber als Primärmetall gefördert, die restlichen 80 Prozent als Nebenmetall bei der Gewinnung von Gold, Kupfer, Zink und Blei. Interessant sei die Frage, ob sich die "katastrophalen" Preise bei Zink und Blei letztlich auch in einer Verringerung der Produktion dieser beiden Basismetalle und damit auch von Silber niederschlagen würden.

Das Edelmetall befinde sich ohnehin bereits seit elf Jahren in einem "strukturellen Angebotsdefizit", relativieren wiederum andere Beobachter am Londoner Markt den Einfluss der geringfügigen und möglicherweise nur vorübergehenden Veränderungen bei der Produktion von Silber auf die Preisbildung. Viel wichtiger ist aus ihrer Sicht, was mit den Vorräten einiger weniger Großinvestoren und der chinesischen Regierung geschieht. China soll seit der Liberalisierung des Marktes 1999 von etwa 90 Mill. Feinunzen bereits über zwei Drittel verkauft haben. Dass Warren Buffett, der amerikanische Großanleger, sich von seinen vor wenigen Jahren zu etwa 5 bis 5,5 Dollar je Unze angelegten riesigen Vorräten bereits getrennt habe, bezweifelt Meader von GFMS.

Und was könnte Silber wieder auf die Sprünge helfen? "Beträchtliche Auswirkungen auf den Preis wird wahrscheinlich die weitere wirtschaftliche Entwicklung haben." Alexander Zumpfe von Dresdner Kleinwort Wasserstein in Frankfurt glaubt, aus den Positionen der Fonds an der Comex in New York "ein positives Signal" für die weitere Entwicklung des Silberpreises herauszulesen.

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