Konjunkturprognose 2001
Konjunkturdelle in Deutschland stärker als erwartet

Institute bleiben teilweise unter der Vorhersage des Herbstgutachtens - Prognosen zwischen 2,4 und 2,8 %.

ap BERLIN. Der konjunkturelle Dämpfer in Deutschland wird nach Expertenmeinung im kommenden Jahr stärker ausfallen als bisher angenommen. Zwei der führenden Wirtschaftsinstitute blieben am Montag mit ihrer Prognose für 2001 unter der Vorhersage des Herbstgutachtens, in dem noch ein Wachstum von 2,7 % vorhergesagt worden war. Als wichtigster Grund wurde die sich abkühlende Weltwirtschaft genannt. Uneinig waren sich die Experten allerdings über das Ausmaß des Konjunkturrückgangs.

Die Prognosen schwanken zwischen einem Wachstum von 2,4 bis 2,8 % nach rund 3,1 % in diesem Jahr. Einig waren sich die Forscher allerdings, dass die Arbeitslosigkeit weiter sinken wird.

Am bisher pessimistischsten beurteilte das Kieler Institut für Weltwirtschaft (IfW) in seiner am Montag veröffentlichten Prognose die Wachstumsaussichten. Die Experten erwarteten nur noch 2,4 %. Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) in Berlin betonte, es werde bei seiner Prognose für 2001 ebenfalls unter den im Herbstgutachten genannten 2,7 % bleiben. Seine exakte Prognose will es am 3. Januar vorlegen. Der Leiter der Konjunkturabteilung, Gustav Horn, sagte, die Arbeitslosigkeit gehe weiter zurück, aber mit abgeschwächtem Tempo.

Das Hamburger Institut für Wirtschaftsforschung HWWA ging dagegen von 2,7 % aus und das Rheinisch-Westfälischen Instituts (RWI) für Wirtschaftsforschung sagte am Wochenende sogar ein Plus von 2,8 % voraus. Alle vier Institute sind am Herbstgutachten beteiligt. Die Experten sind sich einig, dass Abstriche beim Export durch eine stärkere Binnennachfrage auf Grund der Steuerreform teilweise abgefangen werden können.



Zwtl: Risiken im kommenden Jahr



Das Tempo des Aufschwungs in der Weltwirtschaft wird sich nach Einschätzung der Kieler Forscher im kommenden Jahr erheblich verlangsamen, wobei die für Deutschland wichtigsten Handelspartner dabei überproportional betroffen sein werden. Stützend auf den Export wirkt sich nach Einschätzung der Experten zwar der schwache Euro aus. Dennoch rechnen die Forscher für den Jahresdurchschnitt mit einem Anstieg der Exporte nur noch um 7,2 % (12,1 % 2000). Half bisher der schwache Euro, wird für das kommende Jahr mit einer Erholung gerechnet - was die Exporte verteuert.

In Deutschland dürfte auch der verringerte Ölpreis die Konjunktur ankurbeln. Auch das HWWA rechnet laut seiner am Montag veröffentlichten Prognose damit, dass der Export weniger dynamisch sein wird, die Inlandsnachfrage aber steigt.

Die Zahl der Arbeitslosen dürfte nach Einschätzung der Experten im Jahresschnitt auf etwa 3,6 Mill. sinken, nach geschätzt 3,89 Mill. in diesem Jahr. Laut HWWA soll die Arbeitslosenquote von 9,2 auf 8,6 % sinken. Während für Westdeutschland ein Rückgang von 7,4 auf 6,8 % prognostiziert wird, soll die Quote im Osten von 16,7 auf 16,2 % sinken. Auch die Zahl der Erwerbstätigen werde weiter zunehmen, hieß es.

Der Preisanstieg wird sich laut HWWA spürbar abschwächen und zum Jahresende deutlich unter zwei Prozent liegen. Dennoch berge das Jahr 2001 Risiken, hieß es.



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