Konjunkturschwäche belastet Nachfrage
Airbus rechnet mit weniger Nachfrage

Der europäische Flugzeugproduzent Airbus erwartet nach Worten von Firmenchef Noel Forgeard wegen der schwachen weltweiten Konjunktur weniger Nachfrage nach seinen Flugzeugen. Zugleich bekräftigte Forgeard am Wochenende auf der Luftfahrtschau in Le Bourget bei Paris das Ziel, bis 2003 die Jahresproduktion auf 450 Flugzeuge von angepeilten 330 in diesem Jahr zu erhöhen.

rtr PARIS. "Wir erwarten eine sanfte Landung, zumindest für Airbus", sagte Forgeard. Der Airbus-Chef wies außerdem Vorwürfe des US-Erzrivalen Boeing zurück, Airbus blockiere die geplante Fusion der beiden US-Flugzeugzulieferer General Electric und Honeywell. Diese muss von der Europäischen Kommission genehmigt werden.

Branchenkenner hatten vor der weltgrößten Luftfahrtschau gesagt, in diesem Jahr sei von den beiden führenden Flugzeugherstellern Airbus und Boeing allenfalls die Hälfte des Neuauftragsvolumens von 32 Mrd. Dollar zu erwarten, das die Firmen vor einem Jahr angekündigt hatten. Die schwache Konjunktur in den USA, Asien und Europa belaste die Gewinne der Fluggesellschaften und lasse ihre Nachfrage nach Flugzeugen sinken. Dennoch hält Airbus Forgeard zufolge an seinen Plänen fest, die Produktion bis 2003 monatlich auf acht Großraumflugzeuge und 30 kleinere Maschinen zu erhöhen.

Bekanntgabe neuer Aufträge am Montag

Airbus will am Montag zwei Neuaufträge bekannt geben, darunter einen für das Kleinraumflugzeug A318. Nach Angaben des französischen Verteidigungsministers Alain Richard will eine Gruppe europäischer Staaten außerdem bei Airbus bis zu 230 Militärtransportflugzeuge des Typs A400M bestellen. Darüber soll am Dienstag eine Vereinbarung getroffen werden. Der A400M wird von dem Tochterunternehmen Airbus Military gebaut und kommt 2007 auf den Markt. "Für diese Woche sind noch weitere Ankündigungen in der Pipeline", stelle Forgeard in Aussicht.

Nach Angaben von Airbus-Manager John Leahy schlägt sich die schwache Nachfrage derzeit nicht so sehr bei den tatsächlich erteilten Aufträgen nieder. Die Fluglinien nähmen vielmehr nur etwa die Hälfte ihrer Bestelloptionen wahr. Leahy bestätigte, dass die 45 Flugzeugbestellungen der angeschlagenen Airline TWA wahrscheinlich storniert werden. Einige andere Aufträge von den Swissair-Töchtern AOM/Air Liberte und Sabena stünden ebenfalls in Frage.

Verärgerung über Boeing-Vizechef

Verärgerung ließen die Airbus-Chefs über die Vorwürfe von Boeing-Vizechef Harry Stonecipher erkennen. Dieser hatte in einem am Samstag erschienenen Zeitungsinterview Airbus für ein mögliches Scheitern der Fusion von General Electric und Honeywell mit verantwortlich gemacht. Während der Zusammenschluss in den USA schon genehmigt wurde, ist eine Ablehnung der europäischen Wettbewerbshüter nicht auszuschließen. Die Europäische Kommission verlangt von GE den Verkauf von Firmenanteilen, um eine marktbeherrschende Stellung des neuen Konzerns zu verhindern. Die Zugeständnisse der US-Unternehmen sind bisher aber unter den Forderungen der Wettbewerbshüter geblieben.

Nicht Fluggesellschaften, sondern Airbus sei gegen die Fusion, hatte Stonecipher gesagt und gewarnt, es könne zu ernsthaften Handelsproblemen zwischen Europa und den USA kommen, wenn die EU-Kommission das Vorhaben blockiere. "Ich war ziemlich irritiert über das Interview, über den Tonfall und den Inhalt", sagte Forgeard. Die transatlantische Handelslage normalisiere sich gerade. "Beide Seiten waren einig, sich an die Spielregeln zu halten.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%