Konjunkturschwäche: Rund 6 000 Arbeitnehmer betroffen
MAN will wesentlich mehr Stellen streichen

Der Maschinen- und Nutzfahrzeugkonzern MAN will wegen der anhaltenden Konjunkturschwäche wesentlich mehr Stellen streichen als bislang bekannt. Insgesamt sollen bis gegen Ende 2002 rund 6 000 Beschäftigte weniger bei MAN arbeiten, wie MAN-Sprecher Michael Melzer in München sagte.

ddp/vwd MÜNCHEN. In dieser Zahl seien die bereits bekannten 4 000 Stellen bei MAN Nutzfahrzeuge in Deutschland und Österreich sowie rund 400 Arbeitsplätze bei der britischen Nutzfahrzeugtochter ERF und rund 500 Stellen bei der Hütten- und Walzwerkstochter SMS enthalten, betonte Melzer. Neu hinzu kämen rund 1 000 Stellen in den einzelnen Konzerngesellschaften weltweit. Dort werde die Streichung der Arbeitsplätze allerdings über den Zeitraum Ende 2002 hinausgehen.

Betroffen sind von den Stellenstreichungen bei MAN "zum größten Teil Arbeitnehmer mit befristeten Verträgen und Leiharbeiter", wie Melzer betonte. Festangestellte bekämen den Arbeitsplatzabbau "in deutlich geringerem Umfang" zu spüren.

In den ersten neun Monaten 2001 hatte das Unternehmen stärker als erwartet unter der Wirtschaftsschwäche gelitten und war im dritten Quartal überraschend in die Verlustzone gerutscht. Nachdem die Schätzungen erst zum Halbjahr korrigiert worden waren, reduzierte der Konzern seine Prognosen für das Gesamtjahr nochmals deutlich. Das Vorsteuerergebnis werde unter anderem auf Grund eines operativen Verlustes der britischen Lkw-Tochter ERF lediglich 200 Mill. Euro betragen, nachdem im letzten vollen Geschäftsjahr 1999/2000 (bis 30. Juni) noch 668 Mill. Euro erzielt wurden. An der Börse verlor das Dax-Papier bis 15.20 Uhr über 3 % auf rund 22 Euro.

Ergebnis bricht ein

Im zurückliegenden dritten Quartal wies das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) einen Verlust von 30 Mill. Euro nach einem Plus von 110 Mill. im Vorjahreszeitraum auf. Einem Nettogewinn von 48 Mill. Euro steht in diesem Jahr von Juli bis September ein Nettoverlust von 59 Mill. Euro gegenüber. Damit lagen die Quartalszahlen deutlich unter den ohnehin schlechten Prognosewerten von Experten. Mit einem Verlust hatten zudem die wenigsten Analysten gerechnet. Die Umsätze von MAN wuchsen hingegen von 3,2 Mrd. auf rund 4 Mrd. Euro.

Auf Sicht der ersten neun Monaten brach das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) von 614 Mill. im Vorjahreszeitraum auf 215 Mill. Euro ein. Das Nettoergebnis reduzierte sich von Januar bis September von 328 Mill. auf 46 Mill. Euro. Der Umsatz ging hingegen nur leicht um einen Prozentpunkt auf 11,35 Mrd. Euro zurück. Der Auftragseingang sank um 8 % auf 11,7 Mrd. Euro.

Optimistisch äußerte sich der Konzern allerdings für das kommende Jahr. Das Unternehmen wolle überproportional von der für die zweite Jahreshälfte erwarteten wirtschaftlichen Wiederbelebung profitieren, hieß es. Die Voraussetzungen dafür sollen die Restrukturierungs- und Kostensenkungsmaßnahmen schaffen. Derzeit arbeiten noch rund 79 000 Beschäftigte bei der MAN-Gruppe, davon 52 100 in Deutschland.

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