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Konjunktursdaten trüben Stimmung

Es ist ewig das gleiche Spiel. Die US-Marktteilnehmer hoffen zwar auf weitere Zinsschritte der US-Notenbank. Doch ernüchternde Wirtschaftsdaten, der Notenbank-Chef Alan Greenspan zu einer erneuten Zinssenkung treiben könnten, verderben den Anlegern schließlich doch die Stimmung.

So zum Wochenschluss geschehen: Vorbörslich konnte "Big Al" die Laune an New Yorks Wall Street noch mit zuversichtlichen Kommentaren heben. Die Notenbank werde die Erholung der US-Konjunktur falls nötig durch weitere Zinsschritte anzukurbeln. Nicht zuletzt erhole sich die US-Wirtschaft langsamer als bisher erwartet, sagte er. Doch die Enttäuschung über die im frühen Handel veröffentlichten Konjunkturdaten war schließlich zu groß, um die Indizes im Plus zu halten. Gleichzeitig auf die Märkte belastend wirkt sich das bevorstehende verlängere Memorial Day Wochenende aus. Das Handelsvolumen ist bis zur Mittagsstunde vergleichsweise gering. Anleger verschieben ihre Entscheidungen auf die nächste Woche.

Neben dem Bruttoinlandsprodukt fielen auch die Anzahl der Aufträge für langlebige Güter und das von der Universität of Michigan veröffentlichte Konsumentenvertrauen schwächer aus als erwartet.

Das Bruttoinlandsprodukt stieg im ersten Quartal um 1,3 Prozent. Vorläufige Berechnungen hatten einen Wachstum um zwei Prozent ausgewiesen. Die Mehrheit der Analysten hatte mit einem Anstieg um 1,4 Prozent gerechnet. Damit ist die US-Wirtschaft im vergangenen Quartal langsamer gewachsen als ursprünglich erwartet. Vor allem im IT-Bereich gingen die Investitionen zurück. Auch die Aufträge für langlebige Güter gingen im April im Vergleich zum Vormonat um fünf Prozent zurück. Ökonomen hatten lediglich mit einem Rückgang um zwei Prozent gerechnet. Das von der Universität of Michigan erstellte Konsumentenvertrauen stieg zwar im April an, blieb aber hinter den ursprünglich berechneten Daten zurück.

Doch nicht nur Konjunkturdaten sondern auch Analystenkommentare und Unternehmensmeldungen bewegen die Märkte. Positive Analystenstimmen von Prudential Securities gaben dem Chipsektor am Morgen Auftrieb. Applied Materials und KLA-Tencor wurden von "akkumulieren" auf "aggressiv kaufen" heraufgestuft. Laut Analystenkommentaren könnte sich die Nachfrage auf dem Halbleitersektor bereits im September erholen. In den nächsten 12 bis 18 Monaten erwartet Prudential einen Anstieg des Chipkurses um 50 Prozent.

Unter Druck gerät dagegen die Aktie von ADC Telecommunications. Nach einer Gewinnwarnung für das dritte Quartal notiert die Aktie schwächer. Der Hersteller von Telekommunikationskomponenten veröffentlichte gleichzeitig einen Verlust von 1,33 Dollar für das zweite Quartal. Ursprünglich hatte das Unternehmen lediglich mit einem Fehlbetrag von 33 Cents pro Aktie gerechnet. Vor allem hohe Umstrukturierungskosten machen sich im Geschäftsergebnis negativ bemerkbar. Das Papier verliert fast 20 Prozent.

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