Konjunkturwende im Frühjahr wahrscheinlich
Handelsblatt-Eurokonjunktur-Indikator setzt Talfahrt fort

Eine Konjunkturerholung in der Euro-Zone noch im laufenden Jahr ist so gut wie ausgeschlossen. Darauf deutet die anhaltende Talfahrt des Handelsblatt-Eurokonjunktur-Indikators im August hin. Der Indikator sank zum elften Mal in Folge.

HB DÜSSELDORF/BERLIN. Er liegt nun bei 1,5 % und damit um fast zwei Prozentpunkte unter seinem Höchststand von vor einem Jahr. Belastet wurde der Indikator vor allem durch das schlechte Klima in der Industrie. Dagegen haben sich die monetären Rahmenbedingungen weiter entspannt. Sie nähren die Hoffnungen auf eine konjunkturelle Wende im kommenden Frühjahr.

Auch die Bundesregierung rechnet offenbar endgültig nicht mehr mit einer Besserung in diesem Jahr und setzt auf eine Belebung im Wahljahr 2002. Nach einem "Spiegel"-Bericht erwartet die Regierung für 2001 intern nur noch 1 bis 1,5 % Wachstum in Deutschland. Das entspricht den Prognosen der Wirtschaftsforschungsinstitute.

>>>Der Euro-Frühindikator

Bundesfinanzminister Hans Eichel (SPD) sagte, er sehe keinen Grund, "unsere sehr vorsichtige Konjunkturerwartung von zweieinviertel Prozent für das nächste Jahr zu korrigieren". Eichels Ministerium wies einen "Spiegel" Bericht zurück, wonach Schröder zusammen mit anderen europäischen Regierungschefs Druck auf die Europäische Zentralbank (EZB) ausüben und diese zu einer Zinssenkung nach der Sommerpause drängen wolle. Nach Ansicht des Präsidenten der Bundesversicherungsanstalt für Angestellte (BfA), Herbert Rische, lässt die Konjunkturschwäche eine Erhöhung der Rentenbeiträge im Jahr 2002 immer wahrscheinlicher werden.

In der SPD mehren sich unterdessen die Stimmen, die sich gegen "beharrliches Nichtstun" der Regierung wenden. Der SPD-Finanzexperte Klaus Lennartz forderte in einem Brief an Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) ein Milliarden schweres Förderprogramm zu Gunsten von Familien und Mittelständlern.

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