Konkurrent erhielt Verkaufserlaubnis für Nachahmerversion für Prilosec
Schwarz-Pharma bangt nicht um sein Quasi-Monopol

Obwohl die amerikanische Zulassungsbehörde FDA nun auch seinem Konkurrenten Mylan eine Zulassung für das Magenmittel Omeprazol erteilt hat, fürchtet der Monheimer Pharmahersteller Schwarz Pharma vorerst nicht um sein Quasi-Monopol für das Medikament auf dem US-Markt.

ant FRANKFURT. Das Unternehmen, dem ein US-Gericht im vergangenen Jahr als einziges von vier Wettbewerbern die Erlaubnis erteilte, die Nachahmerversion des von Astra-Zeneca entwickelten Medikamentes Prilosec in den USA zu vertreiben, sieht das Geschäft mit seinem Hauptumsatzbringer Omeprazol in den kommenden Monaten nicht in Gefahr. Das im MDax gelistete Unternehmen will im laufenden Jahr allein mit dem Magenmittel bis zu 1,2 Milliarden Dollar umsetzen.

Konzernchef Patrick Schwarz-Schütte hält an der wegen Omeprazol gerade erst nach oben revidierten Jahresprognose fest. Damit trat er den Befürchtungen der Börse entgegen, die auf die Nachricht von der Zulassung für das Produkt des US-Konkurrenten mit einem Kursabschlag von mehr als 8% reagierte.

Nach Einschätzung des Schwarz-Pharma-Chefs ist es trotz der behördlichen Genehmigung höchst unwahrscheinlich, dass Mylan sein Omeprazol in absehbarer Zeit auf den US-Markt bringt. "Ich kann mir kaum vorstellen, dass das Unternehmen ein solches Risiko eingeht", sagte er mit Blick auf eine anhängige Klage des Originalherstellers Astra-Zeneca, der seine Patentrechte durch Mylan verletzt sieht. Wenn der Generikahersteller sein Omeprazol vermarkten würde, bevor ein rechtsgültiges Urteil vorliegt, drohen ihm im Falle einer Niederlage enorme Schadensersatzforderungen. Nach Einschätzung Schwarz-Schüttes wird die Verhandlung frühestens im kommenden Jahr eröffnet. Er rechne damit, den Markt für das generische Medikament in den kommenden 30 Monaten mit niemanden teilen zu müssen.

Astra-Zeneca war wegen Omeprazol zuvor auch gegen Schwarz-Pharma gerichtlich vorgegangen. Während es in den anderen Klagen Recht bekam, durfte Schwarz Pharma sein Medikament auf den Markt bringen, weil es ein neues Herstellungsverfahren für das höchst säureempfindliche Molekül entwickelt hatte. Während andere Generikahersteller das Medikament in einem basischen Umfeld produzierten und damit einen ähnlichen Weg gingen wie Astra-Zeneca bei seiner Prilosec-Produktion, arbeitet Schwarz-Pharma mit einem mehrstufigen Verfahren und einer anschließenden säureunempfindlichen Beschichtung.

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