Konkurrent Eurosport schon einen Schritt weiter
DSF erreicht erstmals Gewinnschwelle

Zum ersten Mal in seiner über zehnjährigen Geschichte erreicht das Deutsche Sportfernsehen (DSF) knapp die Gewinnschwelle. "Der Break-Even ist 2003 zum Greifen nahe. Wenn das Jahr noch ein paar wenige Tage hätte, würden wir die Gewinnschwelle erreichen", sagte Senderchef Rainer Hüther dem Handelsblatt. "Nächstes Jahr erreichen wir einen deutlich siebenstelligen Gewinn im unteren mittleren Bereich", kündigte er an. Noch 2002 hatte das DSF bei einem Umsatz von 90 Mill. Euro einen Verlust von mehr als 5 Mill. Euro ausgewiesen.

DÜSSELDORF. Der frühere Sportkanal des Medienunternehmern Leo Kirch wurde im Mai vom krisengebeutelten Filmrechtehändler EM.TV, vom Handelskonzern Karstadt-Quelle und vom Investor Hans-Dieter Cleven übernommen. Durch Übertragung der Sonntagsspiele der Fußball-Bundesliga hatte der Sender in der laufenden Saison Werbekunden und Zuschauer gewonnen.

"Unsere Erwartungen in diesem Jahr sind übertroffen", frohlockte Hüther. Die im Sommer getroffene Prognose, einen Nettoumsatz von rund 85 Mill. Euro zu erreichen, wird das in Ismaning ansässige Unternehmen erfüllen. Bei den Zuschauer konnte sich das DSF vom Konkurrenten Eurosport - einer Tochter des französischen Fernsehkonzerns TF 1 - deutlich absetzen. Das DSF erreichte in diesem Jahr bisher 1,1 % aller Zuschauer, Eurosport kommt nur auf 0,9 %.

"Mit der Strategie, Fußball als Schwerpunkt zu setzen, haben wir uns gegenüber den Mitbewerbern einen Vorteil verschafft. Der ist auch an der Quote ablesbar", sagt Hüther. Das DSF hat die Bundesliga-Rechte im Sommer für elf Mill. Euro gekauft. Dieses Investment ist über Werbung nicht zu finanzieren. Die Bundesliga-Spiele am Sonntag blieben für das DSF ein Zuschussgeschäft, bekennt Hüther offen.

Trotz des DSF-Quotenerfolgs ist die Stimmung beim Konkurrenten Eurosport alles andere als schlecht. "Wir schließen wieder mit Gewinn ab", sagte gestern dessen Sprecher Werner Starz. "Die Werbekonjunktur im zweiten Halbjahr hat überraschend gut angezogen, so dass wir über den Umsatzzahlen des letzten Jahres liegen werden", hieß bei dem Münchener Sender. Angesichts der Börsennotierung des Mutterkonzerns wollte Eurosport aber keine genauen Zahlen nennen. Im vorigen Jahr steigerte der Sportkanal, der in 54 Ländern ausgestrahlt wird, seinen Umsatz auf 294 Mill. Euro.

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