Konkurrent Motorola bekräftigt seinen Ausblick
Siemens rechnet mit Handy-Rekordabsatz

Der Münchener Siemens-Konzern erwartet in diesem Quartal einen Rekordabsatz im Handy-Geschäft. Wie ein Siemens-Sprecher erklärte, seien in den Monaten Juli bis September rund elf Millionen Mobiltelefone verkauft worden. Das ist die bisher höchste Verkaufszahl für Siemens.

HB MÜNCHEN. Siemens hatte zuletzt im Handy-Geschäft mit Problemen zu kämpfen und prüft deshalb verschiedene Optionen für die Sparte, insbesondere die Gründung eines Gemeinschaftsunternehmens (Handelsblatt vom 26. September). Siemens verliert Anteile am Weltmarkt, das Handy-Geschäft rutschte tief ins Minus. Von April bis Juni verkaufte das Unternehmen lediglich 8,1 Millionen Geräte. Erschwerend kommt hinzu: Die Durchschnittspreise der Handys sind zuletzt gesunken.

Konzernchef Heinrich von Pierer hatte bereits mehrmals gesagt, dass der Handy-Absatz im laufenden Quartal sehr gut laufe. Dabei konnte der Konzern von einer Vielzahl neuer Modelle profitieren. Prognosen für das Weihnachtsquartal, das traditionell sehr stark für die Handyhersteller ist, gibt es noch nicht.

Der weltweit hinter Nokia zweitgrößte Mobiltelefonhersteller Motorola sieht sich für das wichtige Weihnachtsgeschäft gut positioniert. Viele der neuen Mobiltelefone würden mit integrierten Digitalkameras ausgestattet, teilte der in Schaumburg im US-Bundesstaat Illinois ansässige Konzern am Freitag mit. Im dritten Quartal seien 15 der neuen Geräte ausgeliefert worden, im vierten Quartal sollten zumindest 16 davon an den Handel gehen.

Im dritten Vierteljahr erwartet das Unternehmen im Vergleich zu den vorangegangenen drei Monaten eine Umsatzsteigerung um mindestens 20 % und bessere Gewinnmargen im operativen Geschäft. Für das Schlussquartal 2003 rechne man mit einer Fortsetzung dieser Entwicklung - mit verbesserten Gewinnmargen gegenüber dem dritten Jahresviertel und höheren Umsätzen und operativen Gewinnen als vor einem Jahr, hieß es.

Zwei große Kunden, die beiden US-Mobilfunknetzbetreiber Verizon Wireless und Cingular, hatten zuvor jedoch erklärt, Verzögerungen bei Motorola würden dazu führen, dass die neuen Kamera-Handys nicht im Weihnachtsgeschäft angeboten werden könnten. Das "Wall Street Journal" hatte berichtet, Motorola liege mit der Produktion neuer Geräte mit integrierter Kamera Monate hinter Konkurrenten wie Nokia, Samsung oder Sony Ericsson. Die Verzögerungen würden es für Motorola noch schwerer machen, in dem schnell wachsenden Segment aufzuholen.

Dem "Wall Street Journal" zufolge lieferten die Hersteller im ersten Halbjahr weltweit bereits 25 Millionen Kamera-Handys aus. Für das Gesamtjahr wird mit einem weiteren Anstieg auf 65 Millionen Stück gerechnet. Bei der Einführung einer neuen Technologie müssten eine Reihe von Herausforderungen gemeistert werden, ehe man an den Markt gehen könne, sagte ein Motorola-Sprecher.

Auch Siemens verpasste zunächst den neuen Trend: Mobiltelefone mit integrierter Kamera hatte die Münchener anfangs nicht im Angebot, lediglich Kameras zum Anstecken. Inzwischen wurde allerdings nachgebessert: Erste Mobiltelefone mit integrierter Kamera werden bereits verkauft.

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