Konkurrent reicht Patentklage ein
Bayer: Lieferprobleme in den USA

Die Bayer AG fürchtet wegen der Probleme in den USA bei der Herstellung des Medikaments Kogenate einen Rückgang des Gewinns vor Steuern und Finanzergebnis (Ebit) zwischen 250 Millionen und 300 Millionen Euro im Gesamtjahr. Das bestätigte der Leverkusener Chemie- und Pharmakonzern gestern. Der operative Gewinn vor Sonderposten lag im vorigen Jahr bei 3,3 Milliarden Euro.

bef/ef/HB DÜSSELDORF. Bayer hatte bereits auf der Hauptversammlung Ende April Schwierigkeiten bei der Auslieferung von Kogenate angekündigt, das als Blutgerinnungspräparat eingesetzt wird. Zusammen mit der Konjunkturabschwächung in den USA erwarte der Konzern daher, dass das Ziel einer Steigerung des Ebit um mehr als 10% in diesem Jahr nicht erreicht werden könne. Dennoch geht der Konzern davon aus, das Ergebnis des Vorjahres übertreffen zu können, teilte Bayer weiter mit.

Grund für die Verzögerung bei der Kogenate-Auslieferung: Die Produktion war vor einigen Monaten nach einer Inspektion des Werks durch die US-Arzneimittelbehörde FDA auf Beschluss des Konzerns heruntergefahren worden. Die Herstellung wurde danach auf Sicherheit und Hygiene überprüft, nachdem in Teilen der Produktion zunächst Spuren einer bakteriellen Verunreinigung festgestellt wurden.

Ärzte und Patienten klagen über mangelnde Versorgung

Dies trug zu den derzeitigen Lieferengpässen bei. Bayer kann die Nachfrage nach Kogenate zudem ohnehin kaum befriedigen, weil das Medikament gentechnisch hergestellt wird und damit keiner Massenproduktion unterliegt. Ärzte und Patienten beklagen sich in den USA zunehmend über die mangelnde Versorgung. Der Produktionsausfall sei der schlimmste, den er innerhalb rund eines Jahrzehnts gesehen habe, sagte Mark Weinstein, Direktor bei der FDA, gegenüber dem "Wall Street Journal".

Im Juni und Juli wird das Medikament für Bluterkranke voraussichtlich nur in Notfällen erhältlich sein, im August überhaupt nicht. Bayer geht eigenen Angaben zufolge davon aus, dass sich die Produktion binnen 90 Tagen normalisiert. Ab September soll wieder im üblichen Umfang geliefert werden.

Druck bekommt Bayer auch im Pflanzenschutzgeschäft: Denn der Schweizer Agrokonzern Syngenta hat in den USA Klage gegen Bayer mit dem Ziel eingereicht, ein Patent des Leverkusener Konzerns für ungültig zu erklären. Bayer hatte Anfang dieser Woche in den USA ein Patent über die Wirkstoffgruppe des Insektizids Thiamethoxam erhalten und hofft damit, Syngenta bei der Auslieferung eines ähnlich wirkenden Konkurrenzprodukts zu stoppen. Die Baseler Syngenta AG dagegen behauptet, die Wirkstoffgruppe des Pflanzenschutzmittels bereits früher erfunden und in den USA patentiert zu haben.

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