Konkurrenten lehnen Rettungskonzept der Deutschen Bank ab
Holzmann schlittert auf Insolvenz zu

Der Baukonzern steht auf der Kippe. Drei große Banken wollen bei der Rettung des Baukonzerns nicht mitmachen. Damit steht die Deutsche Bank als Hauptgläubiger mit ihrem Konzept im Regen.

jkn/po/shf FRANKFURT/M. Die Deutsche Bank AG kann sich mit ihrem Rettungsplan für den schwer angeschlagenen Baukonzern Philipp Holzmann AG nicht durchsetzen. Die drei größten Konkurrenten des Hauptgläubigers, die Commerzbank, die Dresdner Bank sowie die Hypo-Vereinsbank, lehnten das Konzept trotz einiger Änderungen offiziell ab. Beobachter sagten daraufhin voraus, dass das Holzmann-Management noch am Donnerstag Insolvenz anmelden müsse.

Die drei Institute zählen zu den größten Kreditgebern des Frankfurter Bauriesen. Sie haben Analystenschätzungen zufolge zusammen rund 367 Mill. Euro offen stehen. Die Deutsche Bank kommt allerdings als größter Anteilseigner und Kreditgeber von Holzmann alleine auf rund 310 Mill. Euro.

Dagegen hat der vierte Gegner des Konzepts, die Bankgesellschaft Berlin, seine Meinung nach Informationen aus Bankkreisen doch noch geändert. Das Institut sei grundsätzlich zu einer Überbrückungslösung bereit, fordere allerdings, dass die Deutsche Bank ein neues Konzept präsentiere.

Das schon mehr als zwei Wochen währende Gezerre um Holzmann löst bei immer mehr Beobachtern Unverständnis aus. "Das ist für die Mitarbeiter ein untragbarer Zustand", klagte Willi Röll, Gesamtbetriebsratschef des Baukonzerns. Doch die Banken kämpfen mit harten Bandagen darum, bei wem der Schwarze Peter letztlich hängen bleiben wird. So kursieren in Finanzkreisen Gerüchte, dass die Kredite der Deutschen Bank im Falle einer Insolvenz als haftendes Eigenkapital gewertet würden. Damit könnte das Institut seine Forderungen nicht mehr wie andere Banken beim Insolvenzverwalter geltend machen.

Deutsche Bank arbeitet weiter an einer Rettungslösung

Bilanz- und Insolvenzexperten glauben allerdings kaum, dass dies im Fall Holzmann zum Tragen käme. Zwar greife eine solche Regel grundsätzlich, sofern ein Kreditgeber zugleich maßgeblicher Anteilseigner eines Unternehmens ist. "Allerdings müssen weitere Bedingungen erfüllt werden", erklärte ein Experte. Im Falle von Holzmann dürfe dies sehr schwer werden.

Ungeachtet der Absage wichtiger Kreditgeber will die Deutsche Bank weiter an einer Lösung für Holzmann arbeiten. Der deutsche Bankenprimus bestätigte gestern Gespräche mit Investoren einer Holzmann-Wandelanleihe. Sie sollen bereit sein, auf Forderungen von rund 84 Mill. Euro zu verzichten, und dafür Aktien oder andere Wertpapiere von Holzmann erhalten. Diesen Forderungsverzicht könnte Holzmann bilanziell in Eigenkapital umwandeln und damit die Gefahr einer Überschuldung mindern. Doch mehr als einen Aufschub kann sich Holzmann davon nach Ansicht von Experten nicht erhoffen.

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