Konkurrenten MTV und Viva mit neuen Ideen
TV-Musiksender mit neuen Konzepten

MTV erhofft sich von der neuen Geschäftsführerin frische Impulse. Viva wird das Programm Viva2 zum Sommer einstellen. Nicht auszuschließen ist der Einstieg der RTL-Gruppe bei Viva.

dpa HAMBURG. Die deutschsprachigen Musiksender läuten in ihrem ständigen Zweikampf eine neue Runde ein. Während MTV sich mit einer neuen Geschäftsführerin frische Impulse erhofft, organisiert Viva- Vorstandsvorsitzender Dieter Gorny seine Sender um. Nach Angaben einer Sprecherin wird Viva 2 im Sommer eingestellt. "Unsere Strategie, MTV mit Viva und Viva 2 in die Zange zu nehmen, ist erfüllt", sagte sie.

Nicht auszuschließen ist nun ein Einstieg der RTL-Gruppe (Bertelsmann-Konzern) bei Viva, zumal mit der Aufgabe von Viva 2 eine Frequenz frei wird. In Planung sei ein Entertainment-Kanal, heißt es von Viva. Auch die "graue Maus" - der Musiksender Onyx - soll Presseberichten zufolge von RTL umworben werden. Die RTL-Gruppe und der Onyx-Gesellschafter, die französische Firma AB, hätten bereits erste Kontakte aufgenommen.

RTL will Senderfamilie ausweiten

Für RTL geht es darum, die Senderfamilie (RTL, RTL II, Super RTL und VOX) auszuweiten, um den Dauerkonkurrent - die zum Kirch-Konzern gehörende ProSiebenSAT.1 Media AG - in Schach zu halten. Ihr vorerst letztes Fernduell lieferten sich die Systeme beim Teleshopping. Die Antwort von des Kölner Senders auf den Einkaufskanal H.O.T., der der ProSiebenSAT.1 Media AG nahe steht, heißt RTL Shop, der am 1. März startet.

Viva-Konkurrent MTV arbeitet dagegen weiter an seiner Regionalisierungsstrategie in Europa und Asien. Nach nationalen Programmen in Holland, Spanien und Italien sind laut Europa- Generalsekretär Simon Guild weitere Länder wie die Türkei, Israel und Staaten in Osteuropa im Gespräch. In Deutschland soll Catherine Mühlemann (34), bislang in der Geschäftsführung des Schweizer Senders TV 3, als Nachfolgerin von Christiane zu Salm - sie wechselte zu tm3 - ab 1. Mai für Belebung sorgen, wie MTV am Freitag ankündigte.

Guild deutete an, dass Mühlemann mit "geringen finanziellen Mitteln" auskommen müsse. Dabei hatte MTV hat im vergangenen Jahr nach Guilds Angaben europaweit etwa 25 % mehr Gewinn erwirtschaftet. In Deutschland sei der Erlös von 24,6 Mill. DM auf rund 30 Mill. DM gestiegen. Die Strategie von zu Salm, in Eigenproduktionen zu investieren, werde fortgesetzt. Ihre Pläne, in Kinofilme zu investieren, seien jedoch nicht erstrangig. Die MTV- Tochter VH-1 werde außerdem nicht verkauft, angestrebt sei ein "Relaunch", sagte der Generalsekretär.

Viva und MTV können gleich viele Zuschauer erreichen

Das börsennotierte Viva und MTV liegen in der Reichweite seit Herbst 2000 nun gleichauf und können beim Nutzungsverhalten ihrer Zuschauer direkt miteinander verglichen werden. Beide Kanäle erreichen nach der Astra- Aufschaltung von Viva 30 Mill. Haushalte. Im vergangen Jahr schauten vor der Astra-Aufschaltung von Viva noch mehr Menschen MTV (4,54 Mill. pro Tag) als Viva (4,37 Mill. pro Tag).

Viva rechnet im Jahr 2001 mit einer deutlichen Verschiebung. "Nachdem wir im Herbst 2000 auf den Satelliten gegangen sind, haben wir die technische Reichweite von etwas mehr als 20 Mill. auf 30 Mill. Haushalte gesteigert, mit der wir MTV deutlich schlagen werden", kündigte die Viva-Sprecherin an.

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