Konkurrenz aus Dortmund und Leverkusen
Hitzfeld erwartet Dreikampf in der Bundesliga

Nach der Titel-Pleite des letzten Jahres meldet sich Bayern Münchens Trainer Ottmar Hitzfeld angriffslustig zurück: "Jetzt ist der Hunger wieder da."

dpa ROTTACH-EGERN. War der Rekordmeister im Vorjahr nach dem heiß ersehnten Gewinn der Champions League bereits selbstzufrieden in die Saison gestartet, so sehen die Bayern-Chefs nun wieder günstigere Vorzeichen. "Wir haben ein klares Ziel: Wir wollen so viele Titel wie möglich", so Hitzfeld am Freitag in Rottach-Egern. Der Erfolgstrainer erwartet für die am 9./10. August beginnende Bundesliga-Saison einen Dreikampf um die Spitze. "Es werden wieder die drei großen Mannschaften sein: Borussia Dortmund, Bayer Leverkusen und Bayern." Zudem rechnet er noch mit einer "Überraschungsmannschaft". Eine Lehre aus der Weltmeisterschaft sei, "dass Favoriten gestürzt werden können".

Mittlerweile gibt auch Hitzfeld zu, dass in der Vorsaison bei den Bayern auf Grund der zuvor errungenen Erfolge "eine gewisse Sättigung" vorhanden war. Dadurch hätten einige Prozent gefehlt. "Aber jetzt ist der absolute Leistungswille da." Im Vorjahr habe man sich "mehr in die Breite" verstärkt, während der FC Bayern für 2002/2003 durch die Verpflichtung von Ze Roberto (9,5 Millionen Euro), Sebastian Deisler (9) und Michael Ballack (6) vor allem die Qualität verbessert habe. "Ich bin sehr glücklich, so hochkarätige Spieler zu haben." Bisher kann nur Ze Roberto mit der Mannschaft trainieren. "Es macht Spaß, ihm zuzuschauen", fand der Trainer. "Wir müssen in jedem Fall im spielerischen Bereich zulegen", forderte er von seiner Mannschaft und übte indirekt Kritik an seinem früheren Kapitän Stefan Effenberg: "So wie letztes Jahr, als Stefan noch nicht dabei war."

Wegen der vielen WM-Teilnehmer bekommt der FC Bayern Probleme mit der Saisonvorbereitung. "Wir müssen das Beste aus der Situation machen. Die Vorbereitung ist nicht optimal", gab Hitzfeld zu. Die deutschen Nationalspieler Oliver Kahn, Ballack, Thomas Linke, Jens Jeremies und Carsten Jancker werden am 22. Juli als letzte im Team zurück erwartet. Zuvor kommen zu unterschiedlichen Zeitpunkten Bixente Lizarazu, Niko und Robert Kovac, Roque Santa Cruz und Owen Hargreaves zurück. Jeder soll ein individuelles Trainingsprogramm bekommen. Nach dem Rücktritt von Thomas Linke aus der Nationalmannschaft hat sich überraschend auch Hitzfeld für einen Verbleib des 32-Jährigen in der Mannschaft von Rudi Völler ausgesprochen. "Von der Klasse her ist Thomas Linke ein wichtiger Bestandteil der Nationalmannschaft. Ich hoffe, dass er ihr erhalten bleibt", sagte Hitzfeld über den Profi, den Völler wieder zurück holen will. Normalerweise begrüßen es die Bayern-Verantwortlichen immer, wenn sich die Spieler ausschließlich auf den Verein konzentrieren.

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