Konkurrenz der alternativen Investments
Strategiewechsel deutet sich an

Die Tatsache ist nicht mehr zu leugnen: Die Anbieter von Zertifikaten wildern im angestammten Revier der Investmentfonds. Die zunehmende Konkurrenz der alternativen Investments führt zu einem deutlichen Innovationsdruck auf die etablierten Anbieter. Das trifft diese relativ hart.

OBERAUDORF. Zertifikate sind der Markterfolg in der Investmentbranche der letzten Jahre. Das ausstehende Volumen von derivativen Wertpapieren wuchs nach Untersuchungen der Deutschen Bank Research im Jahr 2006 um 37 Prozent. Wie erstmals im Jahr zuvor lag das Umsatzvolumen von Anlageprodukten über demjenigen von Hebelprodukten.

Damit ist nicht mehr zu leugnen, dass die Anbieter von Zertifikaten im angestammten Revier der Investmentfonds wildern. Die zunehmende Konkurrenz der alternativen Investments führt zu einem deutlichen Innovationsdruck auf die etablierten Anbieter. Das trifft diese relativ hart: Investmentfonds sind in Deutschland seit mehreren Jahrzehnten am Markt vertreten und sind hohe Nachfrage gewohnt. Hinsichtlich der Renditeaussichten leiden sie jedoch im Vergleich zu strukturierten Produkten darunter, dass Investoren sich mit ihnen nur selten von den dominierenden Börsentrends absetzen können. Deswegen konnten bei renditeorientierten Anlegern derivative Anlageprodukte (am beliebtesten waren Garantie, Bonus- und Expresszertifikate) Erfolge feiern.

Die Fondsanbieter reagieren mit unterschiedlichen Konzepten auf diese Herausforderung. Innovative Emittenten kombinieren in Zertifikatefonds die Vorteile beider Anlageprodukte. Möglich wird der Einsatz von Derivaten durch das Fondsmanagement zur Erzielung von Erträgen durch die UCITS III, eine Richtlinie der EU-Kommission. Insbesondere aktiv gemanagte Fondskonstrukte entlasten den Privatanleger, indem sie Auswahl und Management der Zertifikatskäufe übernehmen und diese in einem Fonds bündeln. Diese Kombination bietet insbesondere Risikovorteile: Durch die Aufnahme verschiedener Titel ermöglichen sie eine weitere Diversifizierung, und zwar hinsichtlich Laufzeiten, Basiswerten und Emittenten der Papiere. Des weiteren mindert die Investition in mehrere Zertifikate in einem Anlageprodukt das Ausfallrisiko: Zertifikate als Inhaberschuldverschreibungen sind im Konkursfall des Schuldners nicht abgesichert. Fonds hingegen stellen ein Sondervermögen dar. Darüber hinaus bietet ein kompetentes Fondsmanagement dem Anleger Vorteile hinsichtlich Marktbeobachtung und Konditionenvergleich. Eine entsprechende Expertise ist demnach das A und O und muss vom Anbieter notfalls auch von außen eingekauft werden. Der Wettbewerb um die besten Köpfe ist damit in vollem Gange.

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Vorreiter bei den Fondsgesellschaften war die DWS mit ihrem DWS Go, die als erste eine Zertifikateplattform ins Leben rief. Inzwischen entdecken auch mehr und mehr Initiatoren geschlossener Fonds die flexible Anlageklasse, die ganz unterschiedliche Vorzüge in die Fondswelt importieren kann. LHI Leasing GmbH und Hannover Leasing GmbH beispielsweise bieten Private Equity-Dachfonds an, die in Zertifikate investieren und dadurch ihren Investoren die steuerlichen Vorteile des vermögensverwaltenden Status unabhängig von der Konzeption der Referenzfonds sichern. MPC Capital AG hat eine Real Estate Garant Anleihe emittiert, die sich auf offene Immobilien-Aktienfonds bzw. -indizes bezieht, und die HCI-Tochter HSC bietet ein Index-Zertifikat auf ein breit gestreutes Portfolio aus deutschen und britischen Lebensversicherungspolicen vom Zweitmarkt an.

Bei richtiger Auswahl dieser und ähnliche Innovationen können Privatanleger institutionellen Anlegern bei den Investmentansätzen nacheifern. So mancher Beobachter hält dies für einen zukunftsträchtigen Ansatz.

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