Konkurrenz für den Marktführer
Kampf der Konsolen

Nachdem Microsoft den Preis für die X-Box reduziert hat, schraubt Nintendo den Preis für den Gamecube zurück. Die Auseinandersetzung auf dem Markt der Spielekonsolen wird härter.

cra/dpa DÜSSELDORF. Nintendo reagiert auf die drastische Preissenkung von Microsofts X-Box von 479 auf 299 Euro mit einem Nachlass von 50 auf 199 Euro für den Gamecube - noch vor dem Start in Europa am 3. Mai. "Europa ist ein wichtiger Markt für Nintendo und wir sind fest entschlossen, erfolgreich zu sein", teilt Nintendo Europe mit.

Nintendos aggressive Preispolitik zeigt die Bedeutung des Marktes. "Normalerweise senken die Hersteller den Preis der Geräte etwa ein Jahr nach der Markteinführung, um eine breitere Kundschaft anzuziehen,", sagt Paul Jackson, Analyst bei Forrester Research. Wenn nun schon vor der Markteinführung der Preis deutlich reduziert werde, zeuge dies von der Wichtigkeit des Produkts für das Unternehmen. Trotz des schwierigen Marktumfeldes in der Unterhaltungselektronik verfolgt Nintendo ehrgeizige Pläne: "Vom Starttermin am 3. Mai an wollen wir mehr Geräte verkaufen als Sony und Microsoft", sagt Axel Herr, Marketing Direktor bei Nintendo. Das Unternehmen habe die Markteintritte von Sony und Microsoft genau beobachtet und aus deren Fehlern gelernt, so Herr weiter.

"Die Kunden beschwerten sich bei Nintendo schon seit einiger Zeit über den geplanten Preis. Das Management musste handeln", glaubt Paul Jackson. Denn ein gelungener Konsolenverkauf ist die Voraussetzung für den Vertrieb von Spielen. Die Herstellung der Konsolen ist ein Verlustgeschäft - das Geld verdienen die Unternehmen mit den Spielen. Die Spielehersteller erwerben bei den Geräteherstellern eine Lizenz, um Spiele für die Konsole entwickeln zu können. Oft werden sie auch an den Verkaufserlösen beteiligt.

Durch den Druck der Konkurrenz wird auch Marktführer Sony reagieren müssen, vermutet Paul Jackson. Besonders die X-Box hält Jackson für eine ernste Bedrohung: "Sony wird den Preis der Playstation 2 innerhalb eines Monats senken. Es ist ein etabliertes Produkt, aber bei Preisgleichheit mit der X-Box sieht es etwas lahm aus." Ein Nachlass von 50 Euro sei angesichts der Offensive von Microsoft und Nintendo erforderlich. Die Anhänger der Konsolenspiele werden es gerne hören.

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