Konkurrenz zur Frankfurter Allgemeinen
"SZ" und "FR" dürfen bei Anzeigen kooperieren

Die "Süddeutsche Zeitung" (SZ) und die "Frankfurter Rundschau" (FR) dürfen mit einem gemeinsamen überregionalen Stellenmarkt gegen den Marktführer "Frankfurter Allgemeine Zeitung" (FAZ) antreten. Der Bundesgerichtshof (BGH) machte am Dienstag für zunächst fünf Jahre den Weg für eine Anzeigenkooperation der beiden Tageszeitungen frei.

HB KARLSRUHE. Das Bundeskartellamt hatte einem gemeinsamen Teil für Stellenanzeigen mit einheitlichen Preisen wegen kartellrechtlicher Bedenken die Freigabe verweigert.

SZ und FR hatten - ursprünglich noch mit den inzwischen ausgestiegenen Axel-Springer-Blättern "Welt" und "Welt am Sonntag" - ein Gemeinschaftsunternehmen "Stellenmarkt für Deutschland" gegründet, um bei den von der FAZ dominierten nationalen Stellenanzeigen mithalten zu können. In den Samstagsausgaben soll ein identischer Anzeigenteil erscheinen, das Unternehmen betreibt einen eigenen Außendienst und eine eigene Verwaltung.

Nach den Worten des Kartellsenats hat das Bundeskartellamt zu Unrecht die Herstellung eines gemeinsamen Stellenteils untersagt. Eine Belebung der Konkurrenz könne einen Preiswettkampf auslösen, was letztlich den Kunden zu Gute komme, sagte BGH-Präsident Günter Hirsch zur Begründung. Wenn das Unternehmen erfolgreich sei, dann entstünden daraus Preisvorteile, die anders nicht möglich wären.

Das BGH-Urteil kommt in einer Zeit, in der die Zeitungen drastische Einbrüche beim Stellenmarkt verzeichnen. Nach Angaben des Bundesverbandes Deutscher Zeitungsverleger (BDZV) sind die Stellenanzeigen in den ersten fünf Monaten dieses Jahres im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um fast 43 % zurückgegangen.

Bereits im Jahr 2001 hätten die großen Tageszeitungen einen Rückgang von rund 30 % im Stellenmarkt erlitten, sagte Dieter Dröll, Geschäftsführer des neuen Gemeinschaftsunternehmens, am Rande der Verhandlung. Dröll - nach seinen Angaben lebt die FAZ zu über 60 % von Stellenanzeigen - nannte als Ziel für die Kooperation von SZ und FR einen Anteil von 20 % am nationalen Stellenmarkt.

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