Konkurs beantragt
Napster kämpft gegen die Zerschlagung

Die Internet-Musiktauschbörse Napster hat Konkurs beantragt. Der Antrag nach Kapitel Elf des US-Konkursrechts soll die Zerschlagung verhindern. Der Weg für eine Übernahme durch Bertelsmann wäre dadurch frei.

woe/vwd/dpa WASHINGTON. Stimmen die Konkursrichter dem Antrag von Napster zu, kann die deutsche Bertelsmann AG die Vermögenswerte des angeschlagenen Unternehmens übernehmen und wie geplant in einen gebührenpflichtigen Abo-Dienst umwandeln. Die Alternative hieße Konkurs nach Kapitel sieben des US-Konkursrechtes. Das hieße: Napster wird zerschlagen und die Konkursmasse versteigert.

Bertelsmann wollte den Konkurs-Antrag am Montag nicht kommentieren. Offensichtlich aber hat eine Vereinbarung von Bertelsmann und Napster die Grundlage für das geordnete Insolvenzverfahren nach Kapitel elf gelegt. Die Vereinbarung vom 17. Mai soll eine "klare unternehmerische Perspektive" für die Musik-Tauschbörse nachweisen und damit die Grundlage für den Antrag schaffen.

Nach dieser Vereinbarung will Bertelsmann für die Auszahlung der Napster-Gläubiger acht Millionen Dollar zur Verfügung zu stellen. Dafür gehen alle Vermögenswerte - inklusive Technik, Marke und Management - an den deutschen Konzern. Diesen Vorschlag soll Napster nun in das Insolvenzverfahren eingebracht haben.

Aus den Gerichtsunterlagen geht hervor, dass Napster der Vereinbarung zustimmt. Die Transaktion werde aber unter dem Vorbehalt durchgeführt, dass es keine höheren Gebote gebe.

Wie Napster mitteilte, hatten die Vermögenswerte am 30. April einen Wert von 7,9 Mill. Dollar, und die Verbindlichkeiten betrugen 101 Mill. Dollar. Darin seien nicht die Verbindlichkeiten enthalten, die sich aus möglichen Forderungen wegen der Copyright-Verletzung ergeben könnten.

Die fünf großen Musikkonzerne EMI, Sony, Universal Music, Warner und BMG hatten Napster 1999 verklagt. Inwieweit sie daraus noch Forderungen geltend machen können, wird der Konkursrichter entscheiden müssen. Wie lange das Verfahren dauert, ist ebenso wenig absehbar wie das Schicksal von Napster nach dem Urteilsspruch.

Bertelsmann hat bereits 85 Millionen Dollar an Napster überwiesen, um die Gesellschaft am Leben zu erhalten. Die einst populärste Musiktauschbörse mit 67 Millionen Nutzern in aller Welt, musste auf richterliche Anordnung ihren kostenlosen Dienst einstellen. Die weltgrößten Musikfirmen, darunter auch Bertelsmann, hatten das Unternehmen wegen Urheberrechtsverletzung erfolgreich verklagt. Darauf war Napster im vergangenen Jahr vom Netz gegangen. Inzwischen sind aber andere kostenfreie Musiktausch-Netze wie Kazaa mit großem Erfolg in die Bresche gesprungen.

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