Konkursverfahren eröffnet
Zukunft der österreichischen Grundig-Töcher ungewiss

Die beiden österreichischen Töchter der insolventen Grundig AG sind nach Angaben des Kreditschutzverbandes von 1870 (KSV) mit ihren Bemühungen um einen Ausgleich gescheitert. Ein Konkursverfahren sei am Handelsgericht Wien am Dienstag eröffnet worden, teilte der KSV mit.

Reuters WIEN. Damit sind die Chancen für eine Fortführung des Wiener Werks mit rund 850 Mitarbeitern weiter gesunken.

Die Anträge auf Ausgleich beim Handelsgericht Wien seien zurückgezogen worden, weil Grundig das nötige Geld zum erneuten Hochfahren der Produktion nicht habe aufbringen können, hieß es in der Insolvenzabteilung des KSV auf Anfrage von Reuters. Die von der deutschen Muttergesellschaft zugesagten Mittel für eine Vorfinanzierung von Materialkosten seien nicht geflossen. Die Zukunft des Wiener Werks sei nun "völlig offen", hieß es beim KSV.

Die Grundig Austria GmbH und die Grundig Vertriebs-GmbH hatten am 2. Mai Antrag auf Ausgleich gestellt. Ziel war es gewesen, im Rahmen eines Ausgleichs mindestens 40 % der Forderungen der Gläubiger zu bedienen. Mit diesem Ziel ist Grundig jedoch gescheitert.

Für beide Unternehmen seien bereits Masseverwalter bestellt worden, die die Leitung in beiden Gesellschaften übernehmen. Die Verfahrenseröffnung sei für 13. Mai 2003 angesetzt worden, die erste Gläubigerversammlung für den 23. Mai 2003 und die Berichts- und Prüfungstagsatzung für 29. Juli 2003, teilte der KSV weiters mit. Bis dahin müsse entschieden werden, ob die beiden Firmen liquidiert werden oder ob ein so genannter Zwangsausgleich möglich sei. In diesem Fall würden lediglich noch 20 % der Forderungen der Gläubiger bedient.

Nachdem am Montag in dem Wiener Grundig-Werk für einen Tag die Produktion gelaufen war, um auf Lager liegende TV-Geräte fertig zu stellen, wurde der Betrieb mittlerweile wieder auf unbestimmte Zeit eingestellt.

Der fränkische Unterhaltungselektronikanbieter Grundig AG hatte am 14. April nach jahrelanger Zitterpartie und mehreren vergeblichen Rettungsversuchen Insolvenz angemeldet. Neben den seit Jahren hohen operativen Verlusten und Pensionsverpflichtungen von über 200 Mill. ? galt das Werk in Wien als eines der Haupthindernisse für den ersehnten Einstieg eines finanzstarken Partners. Grundig verhandelt nun nach der Pleite weiter mit potenziellen Investoren über eine Rettung.

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