Konsensmodell angestrebt
VPRT will Verkauf der Kabelnetze vorantreiben

Der Verband Privater Rundfunk und Telekommunikation (VPRT) in Bonn will den Verkauf und den Ausbau der deutschen Kabelnetze vorantreiben. Ziel sei ein Konsensmodell zwischen allen Beteiligten, um den Kabelmarkt zukunftsfähig weiterzuententwickeln, sagte VPRT-Präsident Jürgen Doetz am Dienstag zur Mitgliederversammlung des Verbandes in Dresden.

dpa DRESDEN. Die aktuelle Situation zeige, dass "Insellösungen" aus wirtschaftlicher Sicht wenig Aussicht auf Erfolg hätten. Der derzeitige Stillstand auf dem Kabelmarkt sei äußerst kritisch und müsse überwunden werden, sagte Doetz. "Die Zeit eilt." Die Kabelnetze seien bereits 1995 an ihre Kapazitätsgrenzen gestoßen. Dies habe teilweise existenzielle Konsequenzen, da nicht alle Anbieter die Chance der Verbreitung über das Kabelnetz bekämen. Nachdem das Kartellamt den Einstieg von Liberty Media untersagt habe und die Kabelnetzbetreiber national wie international in der Krise steckten, herrsche über die Zukunft der Kabelnetze relative Ratlosigkeit, sagte Doetz.

Um zukünftige Geschäftsmodelle wirtschaftlich zu gestalten, müsse ein Konsens über zentrale Fragen unter anderem des Verkaufs, des Ausbaus und des Zugangs zu den technischen Infrastrukturen erzielt werden. Dabei gehe es nicht darum, dass private Sender als Investoren auftreten, betonte Doetz. Das Breitbandkabel ist der wichtigste Übertragungsweg für Rundfunk und Mediendienste. Nach VPRT-Angaben empfangen 57 Prozent der Haushalte ihr Fernsehprogramm über die Kabelnetze. Von den rund 33,6 Millionen Fernsehhaushalten in Deutschland seien rund 22 Millionen an das Kabel angeschlossen.

Mit Blick auf den Zusammenbruch der alten Kirch-Gruppe warnte Doetz davor, eine Krise des privaten Rundfunks in Deutschland herbeireden zu wollen. Viele spürten eine Krisensituation in der anhaltenden Werbeflaute. Das jedoch sei konjunkturabhängig und strikt zu trennen von den natürlich wahrnehmbaren Erschütterungen in der Folge von Kirch-Insolvenzen.

Zum Jugendschutz forderte der Verband in Dresden eine "echte Selbstkontrolle" vor der Ausstrahlung jugendschutzrelevanter Programme. Der VPRT sprach sich damit gegen eine Vorkontrolle der Landesmedienanstalten aus. Die privaten Medienunternehmen seien zu erheblichen Vorleistungen zu Gunsten einer funktionierenden freiwilligen Selbstkontrolle bereit. Es liege jetzt an den Ländern sicherzustellen, dass dieser freiwilligen Selbstverantwortung nicht wieder der Boden entzogen werde.

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