Konsequenz aus vernichtender Wahlniederlage
Lech Walesa will sich aus politischem Leben zurückziehen

afp WARSCHAU. Der frühere polnische Staatschef Lech Walesa will sich nach der Schlappe bei den Präsidentschaftswahlen vom vergangenen Sonntag aus dem politischen Leben zurückziehen. Er glaube, die Konsequenzen aus der Niederlage ziehen zu müssen, sagte Walesas Sprecher Marek Karpinski. Bei den Präsidentschaftswahlen hatte der Mann mit dem markanten Schnauzbart nur knapp 1 % der Stimmen bekommen. Für den Gründer der ehemaligen Gewerkschaft und heutigen Partei Solidarnosc (Solidarität) kam dieses Ergebnis einer schallenden Ohrfeige gleich. Er war als Herausforderer von Präsident Aleksander Kwasniewski angetreten, der ihn bereits bei den Wahlen 1995 geschlagen hatte. Damals war das Rennen jedoch deutlich knapper ausgegangen: Walesa erhielt in der Stichwahl 48 % der Stimmen.

Der ehemalige Elektriker und spätere Nobelpreisträger war 1990 das erste demokratisch gewählte Staatsoberhaupt Polens. Berühmt wurde er 1980 als Führer der Streiks in der Danziger Werft, die zur Gründung der ersten unabhängigen Gewerkschaft im Ostblock führten. Zwanzig Jahre später tritt Walesa nach zwei Wahlniederlagen nun von der politischen Bühne ab.

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