Konsequenzen aus dem Beschuss vom Vortag: El Dschasira zieht Reporter aus Irak ab

Konsequenzen aus dem Beschuss vom Vortag
El Dschasira zieht Reporter aus Irak ab

Der arabische Nachrichtensender El Dschasira plant den Abzug seiner Reporter aus dem Irak, nachdem in Bagdad einer der Kameraleute bei einem US-Luftangriff auf das Büro des Senders getötet worden war. Beim Beschuss eines von Journalisten bewohnten Hotels waren am Dienstag zudem ein Kameramann der Nachrichtenagentur Reuters und ein Mitarbeiter des spanischen TV-Senders Telecinco getötet worden. Drei weitere Reuters-Mitarbeiter wurden verletzt.

Reuters DOHA. Das US-Verteidigungsministeirum und Armeevertreter bedauerten die Angriffe, die nicht den Journalisten gegolten hätten. Eine Sprecherin des Verteidigungsministeriums verwies auf das Recht der Soldaten, sich gegen feindlichen Beschuss zu verteidigen. Außerdem habe sie mehrfach die Nachrichtenmedien gewarnt, dass Krieg ein gefährliches Geschäft sei.

El Dschasira hatte zuvor mitgeteilt, ein 35-jähriger jordanischer Mitarbeiter sei im Krankenhaus seinen Verletzungen erlegen, die er bei einem US-Angriff erlitten habe. Ein weiterer Mitarbeiter des Senders sei leicht verletzt worden. "Ich kann niemandes Sicherheit garantieren", sagte der Nachrichtenchef des Senders am Dienstag. "Wir haben immer noch vier Reporter in Bagdad, wir werden sie abziehen. Wir haben einen bei US-Truppen in Nassirijah, wir wollen ihn abziehen."

Der Sprecher des Senders sagte weiter, El Dschasira habe US-geführte Truppen gebeten, beim Abzug seiner vier Reporter und fünf technischer Mitarbeiter aus Bagdad behilflich zu sein. Auch die Sicherheit des Reporters im nordirakischen Mossul könne nicht gewährleistet werden.

El Dschasira ist der beliebteste Fernsehsender im arabischen Raum. Die USA und Großbritannien hatten Kritik an dem Sender geäußert, als dieser Bilder von getöteten westlichen Soldaten und Kriegsgefangenen gezeigt hatte.

Die US-Kommandozentrale in Katar teilte mit, die Truppen seien unter "erheblichen feindlichen Beschuss" vom El-Dschasira-Gebäude aus geraten, gegen den sie sich verteidigt hätten. Journalisten seien nicht das Ziel gewesen. Die Chefsprecherin des US-Verteidigungsministeriums begründete den Beschuss durch den US-Panzer mit der Erwiderung eines Angriffs von Irakern. "Wir sind im Krieg. Es toben Kämpfe in Bagdad. Unsere Streitkräfte gerieten unter Beschuss. Sie haben ihr natürliches Recht zur Selbstverteidigung ausgeübt", sagte Clarke während einer Pressekonferenz im US-Verteidigungsministerium.

"Wir strengen uns an, zivile Opfer zu vermeiden. Wir bemühen uns, Journalisten zu schützen und ihnen zu helfen", sagte Clarke. Sie habe etwa 300 Gespräche mit Nachrichtenorganisationen, Bürochefs und Korrespondenten geführt. "Die Essenz daraus ist: Krieg ist ein gefährliches, gefährliches Geschäft und man ist nicht sicher, wenn man in einem Kriegsgebiet ist."

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