Konsolidierung der Investment-Branche
Immer mehr Fonds stehen vor dem Aus

Die im Bundesverband Deutscher Investment- und Vermögensverwaltungs-Gesellschaften (BVI) zusammengeschlossenen Anbieter zogen von Januar bis August insgesamt 92 Fonds aus dem Verkehr.

ddp/vwd FRANKFURT. Viele Fonds sind in diesem Jahr bereits geschlossen worden. Während die im Bundesverband Deutscher Investment- und Vermögensverwaltungs-Gesellschaften (BVI) zusammengeschlossenen Anbieter von Januar bis August insgesamt 92 Fonds schlossen, waren es im gesamten Kalenderjahr 2001 "lediglich" 68 Fonds, im Jahr davor 46.

Hauptgrund für die meisten Schließungen sind nach Informationen der Allgemeinen Deutschen Direktbank (DiBa) die wegen der Börsen-Baisse zusammengeschmolzenen Volumina. So verwaltete der DWS Neuer Markt Deutschland, der zum Ende des Jahres mit dem DWS Euroland Neue Märkte verschmolzen wird, Ende Juli 2002 lediglich noch 16 Millionen Euro. Anfang 2001 waren es mehr als 100 Millionen Euro. Experten zufolge rechnet sich ein Fonds für die Anbieter erst ab einem Volumen von zehn Millionen Euro.

Ein weiterer Grund für die aktuelle Schließungswelle liegt laut DiBa in der zunehmenden Konsolidierung der Investment-Branche. Nach der Fusion von Allianz und Dresdner Bank etwa gab es in der Produktpalette der beiden zusammengeführten Investment-Töchter dit und Allianz Asset Management zahlreiche Doppelungen. Bis zum Jahresende werden deshalb dort insgesamt 30 Fonds geschlossen oder mit ähnlich ausgerichteten Produkten verschmolzen. Anleger haben bei Fondsschließungen kein Mitspracherecht. Die Investmentgesellschaften müssen ihre Kunden lediglich drei Monate vor der Schließung informieren.

Fusionieren zwei ähnlich ausgerichtete Produkte, werden die Anteile der Eigner zum jeweils festgesetzten Stichtag automatisch in Anteile des übernehmenden Fonds getauscht. In allen anderen Fällen sind die Anbieter gesetzlich verpflichtet, den betroffenen Anlegern ein kostenfreies Umtauschangebot innerhalb ihrer Fondspalette zu unterbreiten. In der Regel steht dabei die gesamte Palette zur Verfügung, bei manchen Anbietern aber nur einige ausgewählte Fonds - und diese sind nicht immer die besten. Problematisch wird es auch, wenn kein direkt vergleichbares Produkt zur Verfügung steht. Wer weiter von der Richtigkeit einer Anlage-Idee überzeugt ist, dem bleibt in diesem Fall nur der Wechsel zu einem anderen Anbieter, so die DiBa. Auch wenn dadurch neue Kosten entstehen.

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