Konsolidierung
Deutsche-Bank-Aktie belastet Dax - EZB-Entscheid ohne Auswirkung

Investoren nutzen heute die Gelegenheit, Gewinne mitzunehmen. Der Index fiel um 1,1 %.

Reuters FRANKFURT. Die deutschen Standardwerte haben sich am Tag nach der Leitzinssenkung in den USA im Sog von Kursverlusten bei der Deutschen Bank schwächer präsentiert. Am Donnerstagmittag lag der Deutsche Aktienindex (Dax) 1,13 % tiefer bei 6718 Zählern. Händler sagten, neben enttäuschenden Quartalszahlen der Deutschen Bank leide der Gesamtmarkt an schwachen Vorgaben aus den USA, wo der Nasdaq-Composite-Index am Mittwoch 2,3 % leichter geschlossen hatte. Zudem sei der Dax seit Jahresbeginn um rund acht Prozent gestiegen, Investoren nutzten nun nach der Zinssenkung die Gelegenheit, Gewinne mitzunehmen. "Wir konsolidieren heute", sagte ein Händler.

Die Entscheidung der Europäischen Zentralbank (EZB) vom Donnerstagmittag, die Leitzinsen in der Eurozone unverändert zu lassen, hatte auf das aktuelle Marktgeschehen zunächst keine Auswirkung. Die US-Notenbank hatte am Mittwochabend wie von Marktteilnehmern den Zielsatz für Tagesgeld um 50 Basispunkte auf 5,50 % gesenkt. Als Grund dafür nannte die Fed schwache US-Konjunkturdaten und höhere Energiekosten. Die für die Eröffnung an den US-Börsen massgeblichen Futures signalisierten am Donnerstag einen leichteren Handelsstart.

Im Dax steuerten die Titel der Deutschen Bank nach Vorlage enttäuschender Quartalszahlen den größten Punkteverlust mit 31 Punkten bei. Die Aktie verlor 6,75 % auf 97,60 Euro. "Die Zahlen für das vierte Quartal sind nicht gut ausgefallen", sagte Analyst Volker von Krüchten von der BHF-Bank. Bei steigendem Verwaltungsaufwand seien die Erträge insgesamt zurückgegangen. Auch gehe das Vorsteuerergebnis allein auf das Ergebnis aus Finanzanlagen zurück, was ebenfalls enttäuschend sei.Den Zahlen der Bank zufolge sank im Schlussquartal das Vorsteuerergebnis im Vergleich zum dritten Quartal um 20 % auf 818 Mill. Euro. Handelsergebnis und Überschuss seien ebenfalls gesunken. Insgesamt steigerte die Bank ihren Vorsteuergewinn im Jahr 2000 aber um 75 % auf 6,729 Mrd. Euro.

Auf der Gewinnerseite standen die Titel des Bauelementeherstellers Epcos mit einem Plus von 3,4 % auf 94,70 Euro. Händler sagten, am Morgen vorgelegte Geschäftszahlen seien gut im Markt aufgenommen worden. "Der Ausblick ist zwar ein wenig schwächer, aber das scheint keinen zu interessieren", sagte ein Börsianer. Epcos hatte mitgeteilt, im Quartal den Umsatz und den Gewinn über die Erwartungen der Analysten hinaus gesteigert, allerdings das erwartete Umsatzwachstum an das untere Ende der eigenen Prognosen gestellt zu haben.

Im Aufwind lagen auch die Titel der Lufthansa, was Händler auf einen positiven Geschäftsausblick der niederländischen Fluggesellschaft KLM zurückführten. Die Lufthansa-Aktie stieg um 3,4 % auf 25,75 Euro.



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