Konsolidierung unter den weltgrößten Ölkonzernen setzt sich fort
US-Medien: Chevron will Texaco für 37 Mrd. Dollar kaufen

Durch eine Fusion entstände der viertgrößte Ölkonzern der Welt. Am Montag soll vor Börsenbeginn eine Einigung bekanntgegeben werden.

dpa NEW YORK. Der amerikanische Ölkonzern Chevron Corp. will die US-Mineralölgesellschaft Texaco nach US-Medienberichten im Zuge eines Aktientauschs für rund 37 Mrd. $ (83 Mrd. DM/43 Mrd. Euro) kaufen. Durch die Fusion entstände nach ExxonMobil, Royal Dutch/Shell und BP Amoco der viertgrößte Ölkonzern der Welt.

Die Verwaltungsräte der beiden Ölriesen wollten am Sonntagnachmittag über den Schritt abstimmen. Am Montag solle eine Einigung noch vor Börsenbeginn bekannt gegeben werden, schrieb die "New York Times" am Sonntag in ihrer elektronischen Ausgabe. Die beiden Firmen nahmen keine Stellung.

Chevron will nach den Angaben 0,77 eigene Aktien je Texaco-Aktie bieten. Dies läuft auf 64,87 $ je Aktie hinaus. Die Texaco- Aktien notierten am Freitag mit 55,13 $ und Chevron mit 84,25 $.

Chevron ist die zweitgrößte US-Ölgesellschaft und Texaco die Nummer drei. Sie hatten 1999 einen Gesamtumsatz von 72,3 Mrd. $, beschäftigen rund 55 000 Mitarbeiter, produzierten 2,7 Mill. Barrel Öl und hatten elf Mrd. Barrel Ölreserven. Ein Zusammenschluss könnte jährliche Kostenersparnisse von bis zu 1,2 Mrd. $ bringen.

Chevron wollte Texaco im vergangenen Jahr bereits für 37,5 Mrd. $ kaufen, doch war die Transaktion wegen Preisquerelen und Auseinandersetzungen über die Führung des fusionierten Unternehmens geplatzt. Seither gerieten die Aktienkurse beider Firmen unter Druck. Der damalige Chevron-Chef Kenneth Derr ist inzwischen im Ruhestand. Dies ebnete den Weg für neue Gespräche.

Mit den Verhandlungen setzt sich die Konsolidierung unter den weltgrößten Ölkonzernen rasant fort. Exxon hatte den US-Ölriesen Mobil und die britische BP die amerikanischen Ölkonzerne Amoco und Atlantic Richfield übernommen. Die Branchenführer haben durch die Übernahmen gewaltige Kosten eingespart und sind durch ihre Größe auch besser in der Lage, für teure internationale Ölprojekte mit zu bieten. Deshalb gerieten Chevron und Texaco in Zugzwang. Dies gilt jetzt auch für amerikanische und europäische Ölkonzerne aus dem zweiten Glied, die weiter hinter den Marktführer zurück geblieben sind.

Ein Zusammenschluss von Chevron und Texaco wird von der US- Wettbewerbsbehörde FTC (Federal Trade Commission) geprüft werden. Texaco hat gemeinsam mit Royal Dutch/Shell und der saudiarabischen Ölgesellschaft Aramco weit reichende Raffiniere- und Marketingallianzen in den USA, die 23 000 US-Tankstellen betreiben. Texaco wird sich möglicherweise von Anteilen trennen müssen, um kartellrechtliche Bedenken zu umgehen.

Chevron ist vor allem im Westen der USA mit seinen Tankstellen und Raffinerien stark, während Texaco im Osten und Süden des Landes stärker ist. Die beiden Ölkonzerne haben in der Nordsee, im Golf von Mexiko, in Westafrika und Brasilien große Ölvorkommen. Chevron ist auch im riesigen Tengiz-Ölfeld in Kasachstan aktiv. Chevron und Texaco kooperieren bereits durch ihr Joint Venture Caltex in Asien, im Nahen Osten und in Afrika.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%