Konsolidierungsfehler beim Konzernabschluss
Metabox-Aktie nach Umsatzkorrektur auf Achterbahnfahrt

Der Aktienkurs der am Neuen Markt notierten Metabox AG ist am Freitag zeitweise stark unter Druck geraten, nachdem die Gesellschaft am Vorabend Korrekturbedarf beim Jahresabschluss 1999 bekannt gegeben hatte.

Reuters FRANKFURT. Nach Händlerangaben sackte die Aktie getrieben von Daytradern erst über 16 Prozent ins Minus, um sich dann wieder zu erholen. "Das ist ein doch sehr peinlicher Vorgang für uns", sagte Vorstandschef Stefan Domeyer am Freitag in einer Telefonkonferenz über die nötigen Korrekturen beim 1999er Abschluss. Der korrigierte Umsatz liegt nach Unternehmensangaben aufgrund vorläufiger Berechnungen bei 17,5 Mill. DM statt der ursprüglich ausgewiesenen 42,9 Mill. DM. Der Konzernverlust falle im Zuge der Korrektur mit 5,5 Mill. DM 0,1 Mill. DM geringer aus. In den ersten neun Monaten des laufenden Geschäftsjahres hat Metabox nach eigenen Angaben nach den Umsatz bei einem deutlich höherem Jahresfehlbetrag mehr als verdreifacht.

Nach dem der Metabox-Aktienkurs am Morgen mehr als 16 % auf bis zu fünf Euro abgegeben hatte, drehte er am Nachmittag auf 6,50 Euro ins Plus. Am Nachmittag lag der Kurs dann wieder bei 6,15 Euro, was einem Gewinn von 2,5 % gegenüber dem Vortagesschluss entspricht. Händler erklärten, diese enorme Bewegung sei durch Anleger hervorgerufen worden, die mit Kursbewegungen innerhalb eines Tages Gewinne machen wollten. Die metabox-Aktie reagiere wegen dieser Daytrader traditionell extrem auf Nachrichten aus dem Unternehmen.

Die Korrektur des testierten und bereits der Hauptversammlung vorgelegten Konzernabschlusses 1999 werde notwendig, da die neue Wirtschaftsprüfungsgesellschaft von metabox einen Konsolidierungsfehler festgestellt habe, hatte das Unternehmen am Donnerstagabend mitgeteilt. Danach seien der gesamte Jahresumsatz sowie die übrigen Posten der Gewinn- und Verlustrechnung der Anfang Dezember 1999 übernommenen Amstrad Distribution GmbH in den Konzernabschluss einbezogen worden. Nach den Bilanzierungsvorschriften IAS seien jedoch nur seit dem Erwerbszeitpunkt entstandene Erträge und Aufwendungen konsolidierungsfähig.

In den ersten neun Monaten des laufenden Geschäftsjahres setzte Metabox nach eigenen Angaben 32 Mill. DM um nach 10,1 Mill. DM im Vorjahreszeitraum. Der Jahresfehlbetrag habe sich zugleich auf 11 (Vorjahr: 4,8) Mill. DM und das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit auf minus 12 (minus 0,5) Mill. DM ausgeweitet.

Für das Gesamtjahr 2001 werde unverändert mit einem Umsatz von 600 Mill. DM und einem Jahresüberschuss von 33 Mill. DM gerechnet, sagte Domeyer. Darin sei der Anfang dieser Woche gemeldete Auftrag über die Lieferung von mindestens 100 000 Set-Top-Boxen der neusten Generation nach Großbritannien nicht enthalten. "Wir sind zuversichtlich, dass das Jahr 2001 gut verlaufen wird", sagte der Vorstandschef. Im Moment trage Metabox eine hohe Kostenbelastung für ein Produkt für das interaktive Fernsehen. "Wir sind die Ersten, die ein solches Produkt anbieten", fügte er hinzu. Marktforschungen hätten ergeben, dass bis 2005 etwa 80 Mill. Haushalte in Europa interaktives Fernsehen hätten. "Wenn wir da nur einen Prozent Marktanteil haben, ist das für uns ein Riesenvorteil", sagte der Vorstandschef. Im ersten Quartal kommenden Jahres werde Metabox mit etwa 10 000 dieser Boxen "rauskommen", sagte er. Der durchschnitlliche Wert je Box liege bei 550 $.

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