Konsolisierungszeit: Kurzfristige Schwächephase im Dax erwartet

Konsolisierungszeit
Kurzfristige Schwächephase im Dax erwartet

Mit einer kurzfristigen Schwächephase im Dax rechnen die am Dienstag befragten technischen Analysten. Danach jedoch sollte der Index zu neuen Höhenflügen ansetzen.

vwd FRANKFURT. Uneins sind sich die Charttechniker allerdings über den Zeitpunkt der zu erwartenden deutlichen Erholung. Während Stephen Schneider von der WGZ-Bank bereits in der kommenden Woche mit anziehenden Notierungen rechnet, erwartet Michael Riesner von der DZ-Bank eine Rally erst im März und April. Marcel Mußler, Herausgeber der Mußler-Briefe, gibt dagegen keine Zeitpunkt an, sieht aber ebenfalls kurzfristig eine hohe Wahrscheinlichkeit steigender Kurse.

Der Dax laufe weiter in der breiten Seitwärtsrange von Anfang Dezember, sagt Michael Riesner. Dabei habe sich in den vergangenen acht Handelstagen eine normale Erholung auf die Jahresanfangs-Tiefs abgezeichnet. Diese Tendenz dürfte jedoch in der ersten Wochenhälfte auslaufen. Ein Fall unter die Marke von 5 000 Punkten stelle ein deutliches Verkaufsignal dar. Dann sollte es dynamisch in Richtung 4 890/800 Zähler gehen. Die Chance, dass die wichtige Unterstützung bei 4 800 Punkten halte, sei indes sehr groß. Immerhin verlaufe dort auch die 100-Tage-Linie. Die sich zusammenziehenden Bollinger-Bänder unterstützten die Vermutung einer dynamischeren Abwärtsbewegung. Ein steilerer Rückgang in der ersten Februar-Hälfte sei daher nicht auszuschließen.

Auf Wochenbasis deuteten alle Märkte auf fallende Kurse hin. Auch die strategischen Indikatoren in den USA, zum Beispiel die New-High/New-Low-Indizes, unterstrichen die Annahmen fallender Kurse bis Mitte Februar, meint Riesner. Die Stimmung unter den Anlegern werde immer schlechter. Fallende Kurse dürften dies noch bestärken, so dass eine extrem negative Stimmung einen dann folgenden Aufschwung unterstützen würde. Daher rechnet der Chartist auch mit einem zyklischen Tief gegen Mitte oder Ende Februar. Im Anschluss geht der Analyst dann aber von einer breiten Börsenrally im März und April aus. Investoren sollten daher die schwachen Kurse im Februar für Käufe nutzen.



Schering im Bull-Zyklus

Diese Gesamttendenz gelte für alle großen Märkte weltweit. Unter den Einzelwerten sehen den weiteren Angaben zufolge Schering interessant aus. Die Aktie befände sich weiter in einem Bull-Zyklus, sagt Riesner. Dabei sei hier eine übergeordnete Fünfer-Welle zu erkennen. Somit sollte der Ausbruch weiter anhalten. Der Analyst rechnet mit einem Kursziel bei Schering von 70 Euro bis Mai 2002. Im Euro-Stoxx würden RoyalDutch und die übrigen Energie-Titel technisch vielversprechend aussehen.



"Weiterhin also alles wenig dramatisch - weiter Konsolidierungszeit", sagt Marcel Mußler. An den mittelfristig bullishen Aussichten ändere sich aber nichts, auch wenn ein weiterer Korrekturschub in Richtung 4 870 Punkten immer noch nicht vom Tisch sei. Im Wochenverlauf sollte die begonnene Erholung erst einmal weiterhin eine gute Chance haben. Ob die Erholung die ganze Woche überstehe, sei allerdings eher fraglich. Mittelfristig gebe es weiterhin keinen neuen Handlungsbedarf. Die interessanten Aspekte spielten sich vielmehr im Trading-Bereich ab. Mit der Unterschreitung des ersten Erholungshochs bei 5 136 Zählern stehe jetzt erst einmal eine abgeschlossene Erholungs-A-B-C-Formation da, auch wenn sich der Dax am Freitag wieder über 5 136 Punkten behaupten konnte. Der Ausgang bleibe aber offen.

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