Konsortialführer wird die Commerzbank
MME will noch in diesem Jahr an den Neuen Markt

Durch den Börsengang will sich die Fernsehproduktionsgesellschaft Kapital für den Aufbau des Lizenzgeschäfts beschaffen. Außerdem will MME stärker im Rechteerwerb mitmischen.

Reuters FRANKFURT. Die Fernsehproduktionsgesellschaft MME Me, Myself & Eye Entertainment AG will noch in diesem Jahr an den Neuen Markt der Frankfurter Wertpapierbörse gehen. "Es wäre schön, wenn wir den Börsengang noch in diesem Jahr schaffen könnten", sagte der Vorstandsvorsitzende von MME Stefan Eishold in einem Interview. Durch den Börsengang will sich das Hamburger Medienunternehmen Kapital für den Aufbau des Lizenzgeschäfts, die weitere Expansion und für die Weiterentwicklung der Technologie besorgen.

Konsortialführer des Börsengangs wird Eishold zufolge die Commerzbank. Trotz der Vielzahl von Medienwerten am Neuen Markt sei das Unternehmen im Kerngeschäft von MME, der TV-Produktion im Jugend- und Musikbereich, in Deutschland konkurrenzlos. "Niemand kennt den Jugend- und Musikbereich in Deutschland so gut wie wir", sagte MME-Chef Eishold. Deshalb werde sich das 1991 gegründete Unternehmen auch in Zukunft auf seine Kompetenz konzentrieren. "Wir wollen uns nicht verzetteln, und beispielsweise im Rechtehandel mit EM.TV konkurrieren", sagte Eishold.

Stattdessen plane MME seine Stärken auszubauen und künftig neben der Produktion im Jugend- und Musikbereich auch in den Rechteerwerb in dieser Sparte einzusteigen. "Wir wollen ein integriertes Medienhaus bauen", beschreibt Eishold die Zielsetzung von MME. Dazu gehöre, dass MME Inhalte selbst produziere und mehrfach verwerte sowie den Rechteaufbau und die Rechteverwertung übernehme. MME produziert unter anderem die Sendungen "Bravo TV" und "Top of the Pops" und ist in diesem Jahr als Koproduzent von Helkon Media mit den Filmen "Der tote Taucher im Wald" auch in die Kinoproduktion eingestiegen.

Die internationale Expansion des Unternehmens wird sich nach Angaben von Eishold vorerst auf Europa beschränken. "Es macht Sinn, in angrenzende Länder zu gehen, wo das Verständnis von Inhalten sehr ähnlich ist", sagte der MME-Vorstandschef. Eine verstärkte Zusammenarbeit mit dem Münchner Medienunternehmen Helkon Media strebe MME ebenfalls an. Gemeinsam mit Helkon hatte MME bereits 1999 die eye C Musikproduktions- und Verlagsgesellschaft gegründet, die auf Musikdienstleistungen für Filmproduktionen spezialisiert ist. Zudem plane MME unter Federführung des Bauer Verlags den Aufbau eines Spartenkanals für die Fernseh-Sendung "Bravo TV".

Auch nach dem Börsengang werde der Hamburger Heinrich Bauer Verlag der größte Anteilseigner von MME bleiben. Derzeit hält der Verlag 44,85 Prozent der Unternehmensanteile. Der Streubesitz-Anteil der Aktien nach dem Börsengang wird nach Angaben von Eishold rund 30 Prozent betragen. MME habe im vergangenen Jahr einen Umsatz von 44 Millionen DM und ein positives Ergebnis erzielt. Zu den Wettbewerbern in der Sparte Reality zählt Eishold die niederländische Endemol Entertainment NV. Im Produktions- und Internetbereich konkurriere MME mit den am Neuen Markt notierten Unternehmen H5B5 Media und Viva Media. "Trotz dieser Wettbewerber in bestimmten Sparten ist MME mit seiner Ausrichtung auf Produktionen für die Zielgruppe der 14 bis 29-jährigen einzigartig positioniert", sagte Eishold.

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