Konsortium geplant
Deutsche Lösung für Kabelnetz-Ausbau

Nach dem gescheiterten Verkauf des Kabelnetzes der Telekom an die US-Firma Liberty wollen die privaten Fernsehsender eine deutsche Lösung forcieren.

dpa HAMBURG/BERLIN. n-tv-Gründer Karl- Ulrich Kuhlo sagte am Mittwoch der dpa, dass seine Initiative von den übrigen Sendern unterstützt werde. Er bestätigte damit einen Vorab- Bericht des Hamburger Magazins "Stern". Nach den Worten Kuhlos ist an den Aufbau eines Konsortiums gedacht, an dem sich neben Sendern und regionalen Netzbetreibern auch Finanzinvestoren beteiligen könnten.

Auch die Organisation der Privatsender - der Verband Privater Rundfunk und Telekommunikation (VPRT) - bestätigte entsprechende Pläne. "Wir können der deutschen Kabelruine nicht beim Vermodern zusehen", sagte VPRT-Präsident Jürgen Doetz im Berliner "Tagesspiegel" (Donnerstagausgabe). Der Ausbau des Kabelnetzes habe höchste Priorität. Es gebe noch viele frei empfangbare TV-Programme, die immer noch keinen Platz im analogen Kabel finden könnten. Der VPRT habe deswegen den Intendanten von ARD und ZDF sowie den Kabelbetreibern ein Gesprächsangebot unterbreitet.

Der Verkauf von rund 60 % des Telekom-Kabelnetzes für 5,5 Mrd. ? an den amerikanischen Investor Liberty Media war im Februar dieses Jahres an Auflagen des Kartellamtes gescheitert. "Der Ausbau des Kabels ist insbesondere für die privaten Sender lebenswichtig", sagte Kuhlo, der Aufsichtsratsvorsitzender von n-tv ist. Unter den vom Kartellamt genannten Bedingungen komme praktisch nur noch eine deutsche Lösung in Frage, da ein Kauf für ausländische Anbieter uninteressant geworden sei.

Kuhlo betonte, es gehe nicht um einen Kauf des Kabelnetzes durch die Inhaltsanbieter. Eine finanzielle Beteiligung der Sender sei jedoch durchaus vorstellbar.

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