Konsortium geplant
Springer und Bauer wollen Kirch-Media

Der Axel Springer Verlag und der Heinrich Bauer Verlag wollen gemeinsam die insolvente KirchMedia übernehmen. Dazu haben sich der Verleger Heinz Bauer und der Vorstandsvorsitzende der Axel Springer Verlag AG, Mathias Döpfner, auf die Gründung eines Konsortiums geeinigt.

dpa BERLIN. Der Axel Springer Verlag und der Heinrich Bauer Verlag wollen gemeinsam die insolvente Kirch-Media übernehmen. Dies teilten beide Verlagshäuser, die dazu ein Konsortium gründeten, am Mittwoch in Hamburg mit. Das Bündnis, das für Finanzinvestoren und weitere Medienunternehmen offen sei, soll zunächst die wirtschaftlichen Bedingungen des möglichen Engagements prüfen. Beide Verlage könnten bei einem Einstieg in das frühere Kirch-Imperium ihr Engagement im Fernsehbereich deutlich ausbauen.

Ziel: mindestens 51 Prozent

Ziel ist nach Angaben der Verlage, mindestens 51 Prozent der Kirch-Media Auffanggesellschaft zu übernehmen. Dies soll jedoch nicht um jeden Preis geschehen: Entscheidende Kriterien seien die Attraktivität des Kaufpreises und die endgültige Struktur der neuen KirchMedia. Nach Medienberichten müssten für KirchMedia rund 2 Milliarden Euro aufgebracht werden.

Der Springer-Finanzvorstand Steffen Naumann hatte bei der Bilanzvorlage von Europas größtem Zeitungshaus ("Bild", "Welt") jüngst deutlich gemacht, dass die geringe Finanzverschuldung des Verlags einen erheblichen Kreditspielraum eröffne. Der Verlag mit Stammsitz in Berlin war 2001 erstmals mit 198 Millionen Euro in die roten Zahlen gerutscht. Er schreibt rund 2,86 Milliarden Umsatz.

Erklärung für gemeinsames Vorgehen

Die Hamburger Bauer Verlagsgruppe ("Bravo", "TV Movie"), ein Familienunternehmen mit geplantem Umsatz von 1,7 Milliarden Euro für 2001, macht traditionell keine Angaben zu ihrem Jahresergebnis. 2001 sollte mit einem "ordentlichen Ergebnis" abschließen, hatte Verleger Heinz Bauer angekündigt. Er unterzeichnete mit dem Springer- Vorstandschef Mathias Döpfner eine entsprechende Erklärung für ihr gemeinsames Vorgehen bei Kirch. Sie meldeten beim Bankhaus UBS Warburg ihr Interesse für die Mehrheitsübernahme an.

Erst Anfang dieser Woche hatte die Geschäftsführung der Essener Mediengruppe WAZ einem Bietergefecht mit dem Duo um den Kern des zusammengebrochenen Kirch-Imperiums eine Absage erteilt. Das WAZ-Management sprach sich nach der Analyse der wirtschaftlichen Daten und Konstellation bei KirchMedia gegen eine Beteiligung an dem Unternehmen aus.

Springer an Film und Sport interessiert

Der Axel Springer Verlag hatte bereits deutlich gemacht, dass er sowohl an einem TV-Engagement als auch am Film- und Sportrechtehandel der Kirch-Media interessiert sei. Somit würde der Verlag, der im Januar durch die Ausübung seiner Verkaufsoption für das 11,5-Prozent- Paket an Kirchs Fernsehgruppe ProSiebenSAT.1 den Konflikt mit Kirch ausgelöst hatte, wieder auf den TV-Zug aufspringen. Auch für die Bauer Verlagsgruppe ist das Fernsehen kein unbekanntes Terrain. So ist sie mit mehr als 30 Prozent beim Fernsehsender RTL2 engagiert. Außerdem werden Anteile an der Hamburger TV-Produktionsfirma MME gehalten, die "Bravo TV" produziert.

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