Konstruktive Schritte von Indien
Rumsfeld vermutet El-Kaida-Kämpfer in Kaschmir

Die Terrororganisation El Kaida ist nach Aussage von US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld in Kaschmir aktiv gewesen. Rumsfeld sprach in Neu Delhi aber nur von Hinweisen, Beweise gebe es nicht.

dpa ISLAMABAD/NEU DELHI. Rumsfeld lobte Indien für seine Schritte zum Abbau der Kriegsgefahr, fügte aber hinzu: "Die Situation ist nach wie vor gespannt." Trotz des Besuchs von Rumsfeld in der Krisenregion setzten die Atommächte Indien und Pakistan ihre Artilleriegefechte an der Grenze in Kaschmir fort. Ein indischer Soldat und zwei pakistanische Zivilisten kamen ums Leben.

Bei seinen Gesprächen mit dem indischen Regierungschef Atal Behari Vajpayee, Außenminister Jaswant Singh und Verteidigungsminister George Fernandes ging es auch um den möglichen Einsatz von Sensoren aus den USA zur Sicherung der Grenze in Kaschmir gegen das Eindringen von Moslemextremisten. Eine Entscheidung darüber trafen Rumsfeld und seine Gesprächspartner aber nicht.

Vor seiner Abreise nach Pakistan sagte Rumsfeld: "Wir haben Hinweise, dass El Kaida tatsächlich nahe der Grenze in Kaschmir aktiv war. Wir haben keine harten Beweise, wie viele, wer und wo sie sind." Zugleich versuchte er, Indien in die internationale Koalition gegen den Terrorismus einzubinden. Die USA hätten fast 60 Länder an ihrer Seite, und es sei im Interesse dieser Länder, das Einsickern von Terroristen nach Indien zu unterbinden. Rumsfeld würdigte auch die Mitarbeit Pakistans in der Koalition.

Beobachter werteten dies als Vorstoß der USA, den Kampf gegen den Terror als gemeinsames Anliegen Indiens und Pakistans darzustellen und Indien von Angriffen auf den pakistanischen Teil Kaschmirs abzuhalten. Kritiker meinten allerdings, Befürworter solcher Angriffe in Indien könnten sich durch die Aussage, El Kaida-Kämpfer seien in Kaschmir aktiv, bestätigt fühlen.

Im Gegensatz zu Rumsfeld wertete Pakistan die bisherigen Schritte Indiens, das unter anderem fünf Kriegsschiffe aus Gewässern nahe Pakistan zurückzog, als Gesten mit wenig Substanz. In einer Erklärung forderte das pakistanische Außenministerium Indien auf, "einem sofortigen Beginn eines zielgerichteten Dialogs über den Kaschmir- Konflikt und den Rückzug von Truppen auf ihre Friedenspositionen" zuzustimmen. US-Präsident George W. Bush hatte am Dienstag gewarnt, die Kriegsgefahr bleibe bestehen, so lange beide Seiten ihre Armeen in Alarmbereitschaft hielten.

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