Konsumenten nach Terroranschlägen verunsichert
Daimler überprüft Chrysler-Prognose

Die Daimler-Chrysler AG kommt bei der Sanierung der angeschlagenen US-Autosparte Chrysler wahrscheinlich langsamer als geplant voran. Ursprünglich wollte Chrysler im nächsten Jahr die Gewinnzone erreichen. Dies könnte sich angesichts der schwierigen US-Konjunktur verschieben.

brb/rtr DETROIT/STUTTGART. Die Vorstände der Daimler-Chrysler AG beraten heute am amerikanischen Firmensitz in Auburn Hills über die aktuelle Situation bei Chrysler. Die große Kaufzurückhaltung der US- Konsumenten nach den Terroranschlägen in New York zwingen das Management offenbar zu einer Überprüfung der Chrysler-Sanierungsprognosen. Konzernbeobachter rechnen damit, dass der Vorstand eine Korrektur vornehmen muss, und erwarten, dass das Management die Sanierungsziele enorm strecken wird. Chrysler könnte dadurch später die Gewinnzone erreichen. Sie war für das Jahr 2002 vorgesehen.

Analysten haben in den vergangenen Tagen ihre Prognosen für den US-Automarkt zurückgenommen. Christian Breitsprecher von der Deutschen Bank geht jetzt für dieses und nächstes Jahr von einer halben Million weniger Fahrzeugverkäufen aus. Ursprünglich war Breitsprecher noch von 16,6 Millionen verkaufter Autos ausgegangen.

Kosten wurden schneller gesenkt als geplant

In den ersten sechs Monaten ist Chrysler bei der Sanierung planmäßig vorangekommen. Chrysler-Chef Dieter Zetsche konnte die Kosten schneller senken als geplant. Dies wurde allerdings wieder aufgezehrt durch rückläufige Marktanteile von Chrysler. Zetsche hatte auf Grund der traditionellen schwachen Sommermonate im Juli ein schwieriges drittes Quartal angekündigt. Unerwartet hohe Absatzrückgänge bringt nun der September. Das amerikanische Beratungsunternehmen Luckey Consulting Group erwartet beispielsweise, dass bei Chrysler die Verkäufe in diesem Monat um 33,7 % zurückgehen. Ähnliche hohe Verluste drohen auch General Motors und Ford. Endgültige Zahlen werden für Anfang nächste Woche erwartet.

Bei Daimler-Chrysler wächst die Sorge, dass nun auch das vierte Quartal sehr schwierig werden könnte. Dennoch wird es für möglich gehalten, dass der Chrysler-Verlust in der Bandbreite von 2,2 bis 2,6 Mrd. Euro für das Geschäftsjahr 2001 bleiben könnte.

Daimler-Chrysler-Vorstand Jürgen Hubbert betonte am Dienstag, dass die Sparte Mercedes-Benz Pkw den Rekordabsatz des Vorjahres von 1,05 Millionen erneut übertreffen werde.

Zinslose Darlehen für Chrysler-Kunden

Nun will Chrysler seinen Kunden beim Kauf einiger neuer Modelle zinslose Darlehen zur Finanzierung anbieten und versucht damit wie seine Konkurrenten der gesunkenen Nachfrage entgegenzusteuern. Zudem ändere Chrysler die Preisnachlässe bei ausgewählten Modellen und ermögliche einigen Besitzern die bis zu einem Monat verzögerte Rückzahlung von Darlehen, teilte der Automobilhersteller am Dienstag in Detroit mit. Die günstigeren Finanzierungsbedingungen würden allerdings nicht für die häufig verkauften Modelle Jeep Liberty, Dodge Ram, einige Minivans und die limitierte Sportwagenproduktion gelten, hieß es.

Vergangene Woche hatten Ford und General Motors angekündigt, zinslose und niedrig verzinste Darlehensfinanzierungen für einige Modelle anzubieten. Die durchschnittliche Verzinsung eines Darlehens beim Neukauf eines Fahrzeuges beträgt nach Angaben von Branchenhandelsgruppen sechs Prozent.

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