Konsumflaute in Deutschland
Boss verliert an Chic

Der Metzinger Modekonzern Hugo Boss hat angesichts eines rückläufigen Geschäfts in Deutschland im dritten Quartal weniger umgesetzt und verdient als im Vorjahr. An seiner im Juli gesenkten Ergebnisprognose für das Gesamtjahr hält Boss aber weiter fest.

Reuters FRANKFURT. Der Umsatz sei in den Monaten Juli bis September 2002 im Vergleich zum Vorjahresquartal um drei Prozent auf 376,5 Millionen Euro gesunken, teilte die Gesellschaft am Mittwoch mit. Vor allem in Deutschland habe Boss die Kaufzurückhaltung der Konsumenten zu spüren bekommen. Auch auf der Ergebnisseite habe Boss Einbußen verzeichnet. Der Gewinn nach Steuern sei um 15 Prozent auf 52,3 Millionen Euro zurückgegangen. Die im Nebenwerteindex MDax gelisteten Boss-Aktien lagen am Vormittag 1,5 Prozent im Plus bei 9,49 Euro.

Den Umsatz im Hauptabsatzmarkt Deutschland bezifferte Boss für das dritte Quartal auf 84 Millionen Euro, zwölf Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Allerdings habe sich der Modekonzern "deutlich" besser als der deutsche Modemarkt entwickelt, der Einbußen im zweistelligen Prozentbereich verzeichnet habe. Auch im ürbigen Europa sei der Umsatz trotz Zuwachsraten in Frankreich, Italien und Spanien insgesamt um zwei Prozent auf 179 Millionen Euro rückläufig gewesen. In den USA habe Boss auf Grund von Währungseffekten einen Umsatzrückgang um fünf Prozent auf 45 Millionen Euro verzeichnet. In lokaler Währung seien dort jedoch rund drei Prozent mehr als im Vorjahresquartal umgesetzt worden, hieß es. In den asiatischen Länder habe der Herren- und Damenausstatter zugelegt.

In der Herrensparte "Boss Man" sei der Umsatz von Juli bis September im Vergleich zum Vorjahresquartel leicht um vier Prozent auf 320 Millionen Euro gesunken. Deutliche Einbußen von 17 Prozent auf 15,7 Millionen Euro habe indes die defizitäre Damensparte "Boss Woman" verzeichnet. Lediglich die auf junge Käufer zugeschnittene Marke "Hugo" sei mit einem Plus von 18 Prozent auf 34,2 Millionen Euro weiter gefragt gewesen.

Auch auf der Ergebnisseite musste Boss Einbußen hinnehmen. Das Betriebsergebnis sei im dritten Quartal auf 84,5 (Vorjahr 92,2) Millionen Euro, der Vorsteuergewinn auf 77 (87) Millionen Euro zurückgegangen. Kumuliert auf die ersten neun Monate ergibt sich damit ein auf Vorjahresniveau liegender Umsatz von 911,1 (910,7) Millionen Euro. Der Betriebsgewinn liegt mit 133,3 Millionen Euro um 25 Prozent unter dem Vorjahreswert. Der Nachsteuergewinn sank den Angaben zufolge um 32 Prozent auf 82,4 Millionen Euro.

Für das Gesamtjahr geht Boss weiterhin bei einem auf Vorjahresniveau liegenden Umsatz von rund 1,1 Milliarden Euro von einem Jahresüberschuss von 70 Millionen Euro aus. Nach einem Nettogewinn von 82,4 Millionen Euro in den ersten neun Monaten würde damit im vierten Quartal ein Verlust anfallen. Angesichts eines Gewinneinbruchs im ersten Halbjahr hatte Boss im Juli zum dritten Mal innerhalb weniger Monate seine Ergebnisprognose gesenkt.

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