Konsumgüter im Plus
Europäische Banken und Technologie im Minus

Die europäischen Aktienbörsen haben am Freitag uneinheitlich geschlossen. Der DJ Stoxx50-Index notierte 0,05 Prozent fester auf 2604 Punkten.

Reuters HAMBURG. Händler erklärten, insgesamt werde der Markt nach wie vor von Sorgen über die Gewinnentwicklung bei den Unternehmen sowie von der Unsicherheit über den Konjunkturverlauf belastet. Davon hätten defensive Werte wie nicht-zyklische Konsumgüter, Pharma, Nahrungsmittel und Versorger profitiert.

Unter Druck standen dagegen Banken- und Technologiewerte. Bei den Einzelwerten verbuchten die Titel des französischen Konsumgüterkonzerns L'Oreal ein Plus von beinahe vier Prozent. Unilever kletterten gar 4,7 Prozent. Astra Zeneca stiegen um 5,74 Prozent. Der Bankensektor sei durch den trüben Geschäftsausblick der britischen Lloyds sowie weitere negative Nachrichten belastet worden, sagten Händler. Barclays büssten fünf, UBS drei und Deutsche Bank 1,6 Prozent ein. Technologiewerte seien nach der Senkung der Umsatzprognose für die Halbleiterindustrie durch Morgan Stanley unter Druck geraten. Die Philips-Aktie brach über zehn Prozent ein. Ericsson und Nokia büssten sechs und über vier Prozent ein.

LONDON - An der Londoner Aktienbörse schloss der FTSE 100-Index der Standardwerte rund 0,8 Prozent fester auf 4075,5 Zählern. Laut Händlern sorgten Öl- und defensive Werte für Auftrieb. Allerdings seien die Gewinne durch schwache Bankenwerte limitiert worden. BP und Shell rückten um 1,2 und 0,4 Prozent vor. Gesucht waren auch die Titel des Versogers International Power und die Papiere des Tabakkonzerns Imperial Tobacco, die fünf und über drei Prozent gewannen. Grösste Verlierer bei den Banken waren Barclays, die fünf Prozent einbrachen. Händler verwiesen dabei auf die schwachen Halbjahreszahlen der Bank vom Vortag sowie auf den eingetrübten Geschäftsausblick für das laufende Jahr von Konkurrent Lloyds. Llyods machten frühe Verluste aber wieder wett und schlossen fester.

ZÜRICH - Kräftige Abgaben in Finanzwerten und in ABB aber auch in anderen Standardwerten setzten die Schweizer Aktien unter Druck. Händler sagten, die Entwicklungen um die BZ Gruppe sowie Konjunktursorgen hätten den Markt belastet. Nach den Daten der vergangenen Tagen verstärkte sich die Befürchtung, es könnte in den USA zu einem Double Dip, einem erneuten Abgleiten der Konjunktur in eine Rezession, kommen. Der Standardwerteindex SMI schloss 1,16 Prozent tiefer auf 5036,8 Punkten. ABB schlossen 3,5 Prozent tiefer auf 6,90 sfr. Angesichts der eher wieder trüberen Aussichten an den Finanzmärkten lägen die Finanzwerte nicht sehr gut im Markt. UBS büssten drei, CS und Julius Bär rund vier Prozent ein. Novartis und Nestle zogen als einzige SMI Werte an.

PARIS - Die Pariser Börse schloss moderat fester. Der CAC-40-Index gewann 0,14 Prozent auf 3245,37 Punkte. In der Gunst der Anleger standen die Banken Societe Generale und Credit Lyonnais. Societe Generale kletterten über sieben Prozent. Die Bank hatte wegen Wertberichtungen einen Gewinneinbruch ausgewiesen, sonst jedoch robuste Zahlen präsentiert. Credit Lyonnais gewannen 3,1 Prozent. Das Finanzinstitut hatte einen geringer als erwartet ausgefallenen Gewinneinbruch mitgeteilt. Auf der Verliererseite standen Technologiewerte. Deutliche Einbussen von über sechs Prozent erlitten STMicroelectrics, nachdem der Wert durch Merrill Lynch zurückgestuft worden war.

FRANKFURT - Angeführt von einem erneuten drastischen Kurssturz der MLP-Aktie setzte der Deutsche Aktienindex (Dax) seine Talfahrt der Vortage fort. Der Dax notierte im späten Handel rund drei Prozent schwächer bei 3502 Punkten. Auch eine schwächere Eröffnung der Wall Street habe den Markt belastet, sagten Händler. MLP-Aktien stürzten Händlern zufolge wegen Spekulationen über eine Prognosekorrektur über 44 Prozent ab. Neben MLP gaben auch die Papiere des gesamten Finanz- und Technologiesektors nach.

BENELUX - Die Aktienmärkte der Niederlande und Belgiens schlossen schwächer. Der Amsterdamer AEX-Index verlor 1,7 Prozent auf 336,21 Zähler und der Brüsseler Bel20-Index büsste rund zwei Prozent auf 2116,67 Punkte ein. Im Zentrum des Interesses lag der Bürodienstleister Buhrmann, dessen Titel nach Bekanntgabe von etwas unter den Erwartungen liegenden Gewinnzahlen 14,5 Prozent nachgaben. Unter Verkaufsdruck gerieten auch Philips, die über zehn Prozent nachgaben. In Brüssel verloren die Titel des Einzelhändlers Delhaize nach verschiedenen Brokerrückstufungen rund 6,2 Prozent.

MAILAND - Der Mib30-Index der Mailänder Börse büsste 0,6 Prozent auf 24.356 Zähler ein. Als Belastung erwiesen sich Fiat, die über vier Prozent auf ein Zehnjahres-Tief fielen. Händler verwiesen auf Befürchtungen, wonach die Verbindlichkeiten des schuldengeplagten Autokonzerns möglicherweise mit "Junk" bewertet werden könnten. Unter Druck standen auch STMicroelectronics, die von einer Rückstufung durch Merrill Lynch belastet wurden.

MADRID - An der Börse Madrid gewann der Ibex-35-Index 0,65 Prozent auf 6114,1 Zähler. Für Auftrieb sorgten die Titel von in Südamerika engagierten Unternehmen wie die der Bank Santander Central Hispano (SCH) und BBVA, die über drei und 0,44 Prozent zulegten. Händler verwiesen dabei auf positive Nachrichten aus Brasilien. Unterstützung kam auch von Iberia, die rund fünf Prozent kletterten.

SKANDINAVIEN - Der DJ Nordic Stoxx Index verlor rund drei Prozent auf 225 Zähler. Die Titel des finnischen Telekombetreibers Elisa brachen nach einem überraschenden Quartalsverlust um rund 14 Prozent ein. Die Marktschwergewichte Ericsson und Nokia gingen deutlich tiefer aus dem Handel.

WIEN - Am Wiener Aktienmarkt gab der ATX-Index 1,46 Prozent auf 1122 Zähler nach. Als Belastung erwiesen sich die die Titel des Indexschwergewichtes Erste Bank, die über sechs Prozent verloren. Unter Abgaben litten auch Austrian Airlines, die 0,7 Prozent nachgaben.

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